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Blumen und Kunst im Dialog

SCHWELLBRUNN. Die Idee kommt aus Amerika: Floristen nehmen mit ihren Werken Bezug auf Bilder von Künstlern. Das Kunstmuseum Aargau führt dieses Jahr zum zweiten Mal das Projekt «Blumen für die Kunst» durch. Mit dabei ist auch ein Appenzeller.
Karin Erni
Meisterflorist Walter Zellweger in seinem Arbeitsraum im Bogenkeller des 300 Jahre alten Hauses zum Sternen in Schwellbrunn. (Bild: ker)

Meisterflorist Walter Zellweger in seinem Arbeitsraum im Bogenkeller des 300 Jahre alten Hauses zum Sternen in Schwellbrunn. (Bild: ker)

Zum Frühlingserwachen präsentieren im Aargauer Kunsthaus in Aarau Meisterfloristinnen und -floristen aus der ganzen Schweiz Interpretationen von ausgewählten Werken aus der eigenen Sammlung. «Der Dialog zwischen Kunstwerk und floraler Interpretation eröffnet erfrischende Sichtweisen im Spannungsfeld zwischen Kultur und Natur», heisst es im Ausstellungsprospekt. Das Spektrum reicht von Robert Zünd, Félix Vallotton, Hans Arp, Franz Gertsch und John Armleder und vereint Kunstschaffende aus dem frühen 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Eine Land-Art-Installation ergänzt die Ausstellung im Aussenraum.

Unvollendetes Bild

Walter Zellweger ist einer der ausgewählten Meisterfloristen. Der junge Schwellbrunner, der bei Blumen Barbara in Appenzell arbeitet, hat im letzten Jahr die Meisterprüfung mit einer Installation aus Blumen mit Werkzeugen aus der alten Schmitte von Schwellbrunn erfolgreich bestanden. «Es ist für mich eine Ehre, zu dieser Ausstellung eingeladen zu sein», so Zellweger. «Man wird ausgesucht und kann sich nicht darauf bewerben.» Das Bild, das er interpretieren wird, heisst «Birkenlandschaft» von Adolf Stäbli. Es handelt sich um dessen letztes und daher unvollendetes Werk. «Dem vom Sturm gepeitschten einzelnen Baum entspricht Stäblis von Vereinsamung und Kampf gezeichnete Lebenssituation vor seinem Tod», erklärt der Ausstellungsprospekt. «Da das Gemälde unvollendet ausgestellt ist, ergibt sich eine interessante Spannung zwischen der bereits aufgetragenen Ölfarbe sowie der rauhen Leinwand», so Zellweger. «Das bringt eine ganz besondere Anschauung des Ölgemäldes.»

Naturnahe Gestaltung

Das Gestaltungselement des bronzenen Rahmens hat Walter Zellweger mit einem Gefäss aus demselben Material aufgenommen. Als Pflanzen plant er, einheimische Gewächse wie Kirschenäste oder Schachbrettblume einzusetzen. «Es soll naturnah sein und filigran wirken.» Wie die Bäume im Bild von Adolf Stäbli. «Sie wirken wie abgemagert», so der Florist. Der Künstler hat zeitlebens fast ausschliesslich Bilder von Unwettern gemalt. Sein letztes zeigt die sanfte Ruhe der sturmgezeichneten Natur. Es hat einen ganz besonderen Platz in der Ausstellung erhalten. In dem von den Stararchitekten Herzog und de Meuron gestalteten Ergänzungsbau ist Zellwegers Installation dominierendes Element und sogleich beim Betreten sichtbar. Durch die florale Umsetzung wird das Werk über 100 Jahre nach seiner Entstehung nun in einer dritten Dimension erlebbar.

Ausstellung «Blumen für die Kunst» von 17. bis 22. März im Aargauer Kunsthaus, Aarau Vernissage: Montag 16. März 2015 Walter Zellweger wird auch an der Podiumsdiskussion zum Thema «Floristik gestern – heute – morgen teilnehmen, die am 19. März um 18.30 Uhr stattfindet. Blog unter: www.walter-zellweger.ch

Adolf Stäbli: Birkenlandschaft, um 1900, Öl auf Leinwand. (Bild: pd)

Adolf Stäbli: Birkenlandschaft, um 1900, Öl auf Leinwand. (Bild: pd)

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