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Appenzeller Postplatz Festival: Blitze, Bligg und ein BH

Am Postplatz Festival in Appenzell trotzte das Publikum dem Wetter und sehnte sich nach dem Rapper Bligg. Eine Konzertbesucherin zeigte ihre Freude am Zürcher Musiker auf überschwängliche Weise.
Philipp Wolf
14 Bilder

Postplatz Festival

Bligg konnte es am Samstagabend während seines Konzerts am Postplatz Festival in Appenzell kaum genug betonen: «Wir sind froh, dass es aufgehört hat zu regnen!», «Es regnet nicht mehr!» Recht hatte er ja – und nicht nur er war froh.

Lediglich eine halbe Stunde vor Bliggs Auftritt um 20.30 Uhr – er markierte den Höhepunkt des zweitägigen Festivals – hatte es aufgehört zu regnen. In den Stunden zuvor war der Niederschlag stark, Donner war zu hören, in der Ferne einige Blitze zu sehen. Das garstige Wetter schien den Besucherinnen und Besuchern jedoch nichts anhaben zu können – im Gegenteil. Während des Konzerts von Mundart-Künstler Kunz am frühen Abend hüpften und tanzten die Zuschauerinnen und Zuschauer. Einige liessen es sich dabei auch nicht nehmen, ab und an in einer Pfütze herumzustampfen.

Eine Generationen übergreifende Fanbasis

Als Kunz’ Auftritt vorüber war und der Regen immer noch anhielt, sagte eine Besucherin, Mitte 60, trotzig: «Natürlich wäre schönes Wetter angenehmer. Aber sobald man auf dem Gelände ist, spielt der Regen keine Rolle mehr.» Sie und ihre Begleiterin, beide wetterfest gekleidet, seien «extra für Bligg» nach Appenzell gekommen. Stolz fügt sie an: «Wir sehen ihn bereits zum zweiten Mal live.» Nicht nur die beiden Seniorinnen waren wegen Bligg am Postplatz Festival. Auf die Beweggründe für den Open-Air-Besuch angesprochen, gaben praktisch alle Zuschauerinnen und Zuschauer den Mundart-Rapper an.

«Natürlich sind wir wegen Bligg hier», sagte beispielsweise eine Jugendliche stellvertretend für ihre Freundinnen und Freunde. «Doch weil wir aus Appenzell sind, wären wir wohl auch sonst ans Festival gekommen.» Sie seien alle froh, dass wieder einmal etwas los sei im Dorf.

Die Fanbasis des 42-jährigen Zürchers reicht über das gesamte demografische Spektrum. Als das Konzert schliesslich begann, tanzten die beiden Seniorinnen im hinteren Teil des Publikums ebenso engagiert wie die Teenager ganz zuvorderst – und irgendwo dazwischen genoss ein mit pinkem Pamir ausgerüstetes Mädchen das Konzert mit ihrer Mutter.

Der Rapper mit Bürgerort Appenzell

So überraschte es nicht, dass die Atmosphäre bei Bliggs Auftritt von Anfang an gut war. Als dieser schliesslich dem Publikum noch eröffnete, er lebe zwar in Zürich, doch sein Bürgerort sei Appenzell, wurde es prompt noch ein wenig lauter am Postplatz Festival.

Ihren Höhepunkt erreichte die Stimmung wohl, als Bligg Mitte des Konzerts mit «Musigg i dä Schwiiz» einen seiner grössten Hits zum Besten gab. Der Künstler hatte gerade «Göläs» Tattoos besungen, da hielt er plötzlich einen BH in die Höhe. Hatte da wirklich gerade eine Zuschauerin ihre Freude am Zürcher etwas überschwänglich kundgetan? Ein Raunen ging durch das Appenzeller Publikum. Bligg, solche Geschenke offenbar gewöhnt, rappte munter weiter und verkündete kurz darauf einmal mehr voller Freude: «Es regnet nicht mehr!»

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