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BLITZBESUCH: Einarmiger Spitzenschwimmer

Mit Andreas Onea weilte am Wochenende der Gewinner einer paralympischen Bronzemedaille im Schwimmen in der Region. Der Österreicher trainierte im Sportzentrum Herisau und ging in Innerrhoden z’Berg.
Mea Mc Ghee
Andreas Onea: «Eine saubere Technik ist sehr wichtig.» (Bilder: MC)

Andreas Onea: «Eine saubere Technik ist sehr wichtig.» (Bilder: MC)

Mea Mc Ghee

mea.mcghee@appenzellerzeitung.ch

Länge um Länge zieht ein Schwimmer am Freitagnachmittag im Herisauer Sportzentrum seine Bahnen. Der, der hier trainiert, ist Andreas Onea. Ein Spitzenschwimmer aus Österreich. Mit der Kraft der Beine und des rechten Armes pflügt sich der 25-Jährige durchs Wasser. Nach einem schweren Autounfall 1998 musste der linke Arm von Andreas Onea amputiert werden. Teil der Rehabilitation war das Schwimmen, das inzwischen zu seinem Beruf geworden ist.

Der Niederösterreicher hat fünf Bronze- und zwei Silbermedaillen an Europa- und Weltmeisterschaften gewonnen und im Jahr 2008 hielt er den Weltrekord über 50 m Brust auf der Kurzbahn. Karrierehöhepunkt jedoch war der Gewinn der Bronzemedaille an den Paralympics in Rio 2016. «Es war ein riesiges Glück, solche Emotionen zu erleben», sagt Andreas Onea.

Zwei Vorträge und eine Freundschaft

Doch weshalb trainiert er im Sportzentrum Herisau? Er sei eingeladen worden, anlässlich eines Sportlagers sowie in der Kirche Bild in St. Gallen Vorträge zu halten. Onea sagt: «Der Sport wartet nicht, ich muss trainieren. Ein Freund hat für mich die Trainingsmöglichkeit organisiert.» Dieser Freund ist Patrik Lenzi, Bezirkssekretär von Appenzell und Trainer der Drittligisten des FC Appenzell. Beim Innerrhoder geniesst Andreas Onea auch Gastrecht. «Die Gegend ist wunderbar. Ich freue mich auf den Besuch in Appenzell und auf die Zeit in den Bergen», meint der Gast aus Österreich am Freitagnachmittag.

3,6 Kilometer gilt es während der ersten zweistündigen Trainingseinheit zu absolvieren. Und am Samstag ist eine Bahn weitere zwei Stunden für den Spitzensportler reserviert. «Ein Becken und eine Badehose, das ist alles, was ich zum Trainieren brauche», nennt Andreas Onea einen Vorteil seines Sports.

In sechs Wochen startet er an den Weltmeisterschaften in Mexico City. Brust und Delfin über 100 Meter, dazu 50 Meter Crawl und 200 Meter Lagen sind Oneas Disziplinen. «Das volle Programm!» Möglichst viele Medaillen wolle er gewinnen, angesichts der Höhenlage des Wettkampfortes und der Zeitverschiebung eine Herausforderung. Wettkämpfe seien «mega cool». Der Kampf um Hundertstelsekunden, der Start in der Königsdisziplin 100 Meter Delfin seien einzigartige Erlebnisse.

Soziales Engagement ist ihm wichtig

Seinen Lebensunterhalt verdient der 25-Jährige mit Sponsorengeldern sowie durch Vorträge und Moderationen. Besonders gern spricht er an Schulen. «Die jungen Menschen werden die Gesellschaft beeinflussen. Ihnen Hoffnung zu geben, ihnen aufzuzeigen, dass man auch mit unvorteilhaften Voraussetzungen viel erreichen kann, das ist mir wichtig.» Onea engagiert sich auch für die Organisation «Licht der Welt», welche Menschen mit Behinderung auf der ganzen Welt unterstützt. Jeweils zur Weihnachtszeit ist er Teil des Moderatorenteams der ORF-Fernsehsendung «Licht ins Dunkel». Durch sein Handicap habe er sich nie einschränken lassen. Die Prothese trage er nur selten. «Ich bin mit einer Hand agil», so Andreas Onea. Einerseits «mega langweilig» sei das Schwimmtraining. Andererseits sei es «super anstrengend». Er müsse die Bewegungen technisch sehr sauber ausführen und das erfordere eine hohe Konzentration. «Im Wasser höre ich keine Geräusche, im Wasser bin ich einfach ich. Das ist sehr wertvoll für mich», sagt er. Wasser sei das ideale Medium, um zu entschleunigen. Sagt es und taucht wieder ins Becken des Sportzentrums. Schliesslich muss er die restlichen drei Kilometer der Trainingseinheit absolvieren, ehe es zum Sightseeing in Appenzells Hauptgasse geht.

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