Blindgänger

Lesetip

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Ein Mann erwacht nach einem Sturz im Krankenhaus und hat sein biographisches Gedächtnis verloren. Widerspenstig setzt er sich mit dem «Anderen» auseinander, der er zuvor gewesen sein soll, ein eher farbloser Französischlehrer an einem Gymnasium. Frau und Tochter besuchen ihn – er hat keine Erinnerung an Ehe und Familienleben. Sein offenbar bester Freund, ein Lehrerkollege, erzählt von ihren Aussteigerträumen. In seinen Laptop-Dateien macht er sich auf die Suche nach seiner Geschichte und verarbeitet auf Anraten des Arztes seine eigenen, ihm nun fremden Aufzeichnungen des letzten Sommers. Vor dem Unfall hat er ein Sabbatical in Royan an der französischen Küste verbracht. Offenbar soll er dort in den letzten Kriegswirren geboren und als Waisenkind in die Schweiz gebracht worden sein. Je mehr er über sich erfährt, desto weniger möchte er ins alte Leben zurück. Frau und Tochter warten auf seine Rückkehr, der Arzt auf seine Erinnerungen …

«Blindgänger» ist ein überraschender Roman über die Verweigerung gegenüber der Geschichte – der kleinen biogra­phischen wie der grossen geschichtlichen.

Ursula Hasler: Blindgänger, Verlag: Limmat, 360 Seiten, Bibliothek Lichtensteig