BLICK ZUM TOGGENBURGER HIMMEL

Der Winterhimmel ist für Astronomen einer der schönsten Der Sternenhimmel im Januar 2010 Aufgang: 1. Januar: ca. 8.06 Uhr MOZ 31. Januar: ca. 7.48 Uhr MOZ Untergang: 1. Januar: ca. 16.48 Uhr MOZ 31. Januar: ca. 17.

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Der Winterhimmel ist für Astronomen einer der schönsten

Der Sternenhimmel

im Januar 2010

Aufgang:

1. Januar: ca. 8.06 Uhr MOZ

31. Januar: ca. 7.48 Uhr MOZ

Untergang:

1. Januar: ca. 16.48 Uhr MOZ

31. Januar: ca. 17.17 Uhr MOZ

MOZ = Mittlere Ortszeit: Zeitangaben für die Region Toggenburg

Vollmond: Samstag, 30. Januar, im Sternbild Krebs

Neumond: Freitag, 15. Januar, im Sternbild Schütze

MERKUR

Zwischen dem 16. und 28. Januar kann der Merkur am Osthorizont am frühen Morgen beobachtet werden.

VENUS

Sie hält sich in der Nähe der Sonne auf – von uns aus gesehen – und ist deshalb am Taghimmel. Erst gegen Ende Februar wird sie wieder am Abendhimmel erscheinen.

MARS

Er ist der Planet des Nachthimmels. Er wechselt im Laufe des Monats vom Sternbild Löwe ins Sternbild Krebs. Man muss ihn deshalb in der ersten Nachthälfte am Osthimmel suchen.

JUPITER

Tief im Südwesten ist der Jupiter noch kurz in den Abendstunden zu sehen. Am 1. Januar geht er schon um ca. 20.30 Uhr unter und am 31. Januar um ca. 19 Uhr.

SATURN

Am 1. Januar geht der Ringplanet um ca. 23.50 Uhr auf, am 31. Januar bereits um ca. 22 Uhr. Er ist also der Planet der ganzen Nacht.

STERNE UND MILCHSTRASSE

Die Sternkarte zeigt die Sternbilder und die Lage der Milchstrasse des Januar-Himmels zwischen ca. 21 bis ca. 23 Uhr.

MILCHSTRASSE

Sie ist bei klarem Himmel eine gute Orientierungsmöglichkeit, um Sternbilder aufzusuchen. Sie zieht sich vom Südosten über den Zenit bis Nordwesten.

MILCHSTRASSE SÜDOSTEN

Der helle Stern Sirius, funkelnd wie ein Diamant, im Sternbild Grosser Hund, fällt sofort auf. Über dem Sirius sind einige schwach leuchtende Sterne zu sehen. Sie gehören zum Sternbild Einhorn. Östlich des Milchstrassenbandes fallen zwischen Horizont und Zenit einige helle Sterne auf: Der helle Stern östlich von Sirius gehört zum Sternbild Kleiner Hund. Die beiden Hunde folgen dem Jäger Orion. Das Sternbild Orion ist das auffallendste am ganzen Winterhimmel.

Gerade an der westlichen Grenze des Milchstrassenbandes befindet sich der rötliche Stern Beteigeuze, ein roter Riesenstern, der bereits «Atemnot» hat. Er ist rund 660 Mal grösser als die Sonne und wird bald einmal sein Sternenleben beenden und in einer gewaltigen Supernova explodieren. Astrophysiker gehen von einer Explosion zwischen 1000 und 100 000 Jahren aus. Von der Erde aus wird das ein einmaliges Schauspiel werden.

Trotz der grossen Gammastrahlenemissionen wird er uns auf der Erde kaum gefährlich, denn er befindet sich in einer Entfernung von 430 Lichtjahren. Gammastrahlenausbrüche von Sternen werden für uns Erdbewohner dann eine ernsthafte Gefahr, wenn die Distanz weniger als 30 Lichtjahre beträgt. Einen solchen Stern gibt es glücklicherweise nicht. Die drei Gürtelsterne im Orion sind leicht zu erkennen.

Unterhalb der drei Sterne befinden sich wichtige Forschungsobjekte: Eine ganze Reihe von Sterngeburtsstätten breiten sich dort aus. Mit dem Feldstecher und mit dem Fernrohr sind einige weisslich schimmernde Nebelflecken zu sehen. Hier sind noch junge Sterne beheimatet, vielleicht auch Planeten. Interessant zu wissen: In dieser Region wurden fast alle Moleküle nachgewiesen, die für unser Leben auf der Erde wesentlich sind. Wenn also dort, in einer Entfernung von ca.

1500 Lichtjahren, Planeten existieren würden mit ähnlichen Bedingungen wie auf der Erde, und die dort detektierten Moleküle auf diesen Planeten angesammelt würden, dann wäre es möglich, dass Leben auch dort existieren könnte. Selbstverständlich braucht es mehr als nur Moleküle, um Leben zu generieren, aber die Grundlagen wären vorhanden. Zwei Sternbilder in der Zenitregion sind leicht auffindbar: östlich die Zwillinge und genau im Zenit das «Fünfeck» Fuhrmann. Der unterste Stern des Fünfecks gehört zwar bereits zum Sternbild Stier.

Westlich des Fuhrmanns fällt ein liegendes «V» mit einem rötlichen Stern auf: Es ist das Gesicht des Stiers. Etwas westlich dieses «V» ist ein kleines «Wölkchen» erkennbar: die Plejaden. Wir folgen dem Milchstrassenband entlang weiter und kommen zum Sternbild Perseus. Es besteht aus vielen hellen Sternen. Nordwestlich – im Milchstrassenband, kommt das Cassiopeia «W». Die noch weiter nordwestlich gelegenen Sternbilder sieht man kaum mehr und sie werden deshalb hier auch nicht speziell erwähnt.

Versuchen Sie einmal, das Milchstrassenband mit dem Feldstecher vom Südosten bis hieher zu beobachten. Sie werden staunen, wie sich das Milchstrassenband in unendlich viele Sterne auflöst. Dazwischen werden Sie kleine Nebel ausmachen: Meistens sind es Kugelsternhaufen.

HIMMEL GEGEN WESTEN

Tief am Horizont ist es der Fluss Eridanus, der beim Sternbild Orion im hellen unteren Stern westlich beginnt und sich bis zum Sternbild Walfisch hinüberzieht und dann in den Südhimmel eintaucht.

Das Sternbild Widder besteht nur aus wenigen Sternen und ist auf fast gleicher Höhe westlich des Stiers zu finden. Über dem Widder findet man ein kleines, rechtwinkliges Dreieck und das Sternbild heisst auch Dreieck. Dort gibt es eine Galaxie zu sehen, die man mit dem Fernrohr schön beobachten kann. Das Sternbild Fische sowie das Herbststernbild Pegasus verschwinden im Dunst des Westhimmels.

STERNBILDER IN OSTEN

Die Sternbilder Löwe und Krebs lassen sich bereits sehen. Dort ist auch der Planet Mars zu finden. Den Grossen Wagen (= Grosser Bär) sieht man hoch im Nordosten. Der Grosse und Kleine Wagen mit dem Polarstern sind sogenannte Zirkumpolarsterne, d. h. sie sind in unserer Region das ganze Jahr hindurch zu sehen.

STERNSCHNUPPEN

Drei verschiedene Sternschnuppen-Ströme sind im Januar zu sehen.

Der ergiebigste ist anfangs Januar zu sehen: bis zu 120 Objekte werden pro Stunde am Himmel aufleuchten. In einigen Jahren wurden zu dieser Zeit über 200 Sternschnuppen pro Stunde gezählt. Ein weit schwächerer Strom wird Ende Januar folgen.

STERNBEOBACHTUNG

Wann ist die Zeit für die Sternbeobachtung günstig? In der ersten Nachthälfte vom 12. Januar bis zum 26. Januar, in der zweiten Nachthälfte vom 4. bis zum 14. Januar. In der zweiten Nachthälfte lassen sich die Planeten Mars und Saturn besonders gut beobachten.

Am 15. Januar wird eine ringförmige Sonnenfinsternis von Zentralafrika über Indien und China hinwegziehen. Ringförmig wird eine Sonnenfinsternis, wenn der Mond von der Erde weiter entfernt ist und deshalb nicht mehr die ganze Sonnenscheibe zu verdecken vermag. Eine Sonnenkorona ist bei einer ringförmigen Sonnenfinsternis nie zu sehen. I

n ferner Zukunft wird es nur noch ringförmige Sonnenfinsternisse geben, weil sich der Mond langsam von der Erde entfernt (allerdings nur knapp 4 Zentimeter pro Jahr!) Hanspeter Steidle

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