BLICK ZUM TOGGENBURGER HIMMEL

Venus zieht über den Hauptstern Regulus Der Sternenhimmel im Oktober 2012 Aufgang: 1. Oktober: ca. 7.30 Uhr MOSZ 31. Oktober: ca. 7.14 Uhr MOZ Untergang: 1. Oktober: ca. 18.49 Uhr MOSZ 31. Oktober: ca. 16.

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Venus zieht über den Hauptstern Regulus

Der Sternenhimmel

im Oktober 2012

Aufgang:

1. Oktober: ca. 7.30 Uhr MOSZ

31. Oktober: ca. 7.14 Uhr MOZ

Untergang:

1. Oktober: ca. 18.49 Uhr MOSZ

31. Oktober: ca. 16.58 Uhr MOZ

MOSZ = Mitteleuropäische Orts- Sommerzeit: Zeitangaben für die Region Toggenburg

MOZ = Mitteleuropäische Ortszeit: Zeitangaben für die Region Toggenburg

Am Sonntag, 28. Oktober, werden die Uhren auf Winterzeit umgestellt.

Neumond: Montag, 15. Oktober, im Sternbild Jungfrau

Vollmond: Montag, 29. Oktober, im Sternbild Fische

MERKUR

Der sonnennächste Planet kann im Oktober nicht beobachtet werden.

VENUS

Die Venus bleibt über den ganzen Monat hinweg der hell leuchtende Morgenstern. Wer am 3. Oktober bei klarer Sicht früh aufsteht, kann ein seltenes Schauspiel erleben: Die Venus zieht dann über den Hauptstern Regulus des Sternbildes Löwe. Man sieht praktisch nur noch einen hellen Stern. Ganz ähnlich war es seinerzeit beim Stern von Bethlehem, als die Planeten Saturn und Jupiter ganz nah beieinander waren und als ein einziger Stern wahrgenommen wurden.

MARS

Der rötliche Planet bewegt sich in den immer mehr im Westen versinkenden Sternbildern Waage und Skorpion. Er ist deshalb nur kurz nach Einsetzen der Dämmerung tief am Horizont zu erkennen. Er ist kein lohnendes Beobachtungsobjekt.

JUPITER

Anfangs Oktober geht der Riesenplanet kurz vor 22 Uhr auf, Ende Monat sogar eine Stunde früher und ist dann die ganze Nacht hindurch zu beobachten. Auch am frühen Morgen bietet er zusammen mit dem Morgenstern Venus einen schönen Anblick am bereits leicht blauen Himmel. Ein weiterer Stern leuchtet dann noch fast bis zum Sonnenaufgang. Es ist der Hundsstern Sirius. Er schillert in stets wechselnden Farben, fast wie ein Diamant. Zusammen mit den beiden Planeten bildet er ein fast gleichseitiges Dreieck.

SATURN

Leider kann der Ringplanet im Oktober nicht beobachtet werden. Er befindet sich im Sternbild Jungfrau.

STERNE UND MILCHSTRASSE

Nun beginnen wieder die für Astronomen längeren Nächte mit klarerer Sicht. Für uns wird die Milchstrasse, ein Sternenarm in unserer Galaxie, mit all ihren Helligkeitsunterschieden klar erkennbar. Das ist in Sommernächten kaum der Fall. Das Milchstrassenband zieht sich vom Nordosten über den Zenit in den Westen. Auffallend sind die Sternbilder Fuhrmann, Perseus, Cassiopeia, Leier und Schwan. Die Sternbilder Adler und Schlangenträger verschwinden allmählich im Dunst des Westens. Die Herbststernbilder Pegasus, Andromeda und Wassermann in der Meridianregion, die Sternbilder Fische, Widder und Stier östlich der Milchstrasse wollen wir etwas näher betrachten.

Sternbild Fische: Es besteht aus zwei Fischen, die aus dem Sternbild Walfisch herauszuragen scheinen. Die Köpfe der Fische grenzen an die Sternbilder Andromeda und Pegasus. In der Kopfregion des östlichen Fisches befindet sich eine Galaxie (M33), welche im Feldstecher als kleines Wölkchen zu sehen ist. Auf der nördlichen Seite der langen Sternenkette (Sternbild Andromeda) befindet sich die Andromeda-Galaxie (Pfeil). Sie ist mit Ausnahme der beiden Magellanschen Wolken am Südhimmel die einzige Galaxie, die ohne optische Geräte sichtbar ist. Bei den Magellanschen Wolken handelt es sich um irreguläre Zwerg-Galaxien im Abstand von 210 000 und 170 000 Lichtjahren, bei der Andromeda-Galaxie um eine Spiralgalaxie im Abstand von circa 2,5 Millionen Lichtjahren.

Sternbild Pegasus: Ein fast quadratisches Viereck von vier Sternen zeichnet sich ab. Es stellt den Körper des für uns auf dem Kopf stehenden geflügelten Pferdes Pegasus dar. Der Kugelsternhaufen M15 ist ein sehr schönes Beobachtungsobjekt, auch für den Feldstecher. Man schätzt die Anzahl der Sterne in diesem Haufen auf circa 100 000.

Sternbild Perseus: Der Stern Algol ist einer der schönsten veränderlichen Sterne. Dass die Helligkeit innerhalb von knapp drei Tagen um mehr als das 100fache schwankt, wurde schon vor langer Zeit beobachtet. Algol heisst Dämon oder Teufelsstern. Die Helligkeitsschwankung rührt daher, dass sich zwei sehr eng beieinander stehende Sterne umkreisen und gegenseitig bedecken.

Bedeckungsveränderliche Sterne sind für die Astronomen wertvoll. Mit ihnen lassen sich die Distanzen zu Sternen und Nachbargalaxien mit einer Genauigkeit von 6 Prozent messen.

Sternbild Eidechse: Das unscheinbare Zickzacksternbild zwischen Schwan und Cassiopeia befindet sich in einer sehr sternenreichen Milchstrassenregion. Wie Hevelius, ein polnischer Astronom, 1687 auf die Idee gekommen ist, ein Sternbild Eidechse zu taufen, wissen wir nicht. Die Bezeichnung «Eidechse» hat keinen Bezug zu irgendeiner Sage.

STERNSCHNUPPEN

Die Sternschnuppen, die im Oktober aus dem Sternbild Drache zu fliegen scheinen, werden Giacobiniden genannt. Vom 5. bis 9. Oktober kreuzt die Erde die Bahn des 1910 entdeckten Kometen Giacobini-Zinner. Es ist ein kurzperiodischer Komet, der den sonnennächsten Punkt kurz nach der Erdbahn erreicht und den sonnenfernsten Punkt etwas ausserhalb der Jupiterbahn. Er umkreist die Sonne in sechseinhalb Jahren. Auf seiner Bahn hinterlässt er bei jedem «Schwitzdurchgang» vor der Sonne viel Material, das sich bereits auf einer grossen Strecke seines Umlaufs verstreut hat. Der zweite Sternschnuppenstrom scheint aus dem Orion-Sternbild zu kommen. Mit Radarmethoden hat man festgestellt, dass es sich bei den Orioniden um Reste des Halleyschen Kometen handelt. Sonnenwinde und gravitative Einflüsse sorgten im Laufe der Jahrtausende dafür, dass sich das von der Kometenoberfläche abgeschiedene Material heute fast auf der ganzen Kometenbahn verteilt hat. Bei den Orioniden handelt es sich um äusserst kleine Partikel, die beim Eintreten in die Erdatmosphäre die Luftpartikel ionisieren und aufleuchten lassen. Es sind sehr schnell eintauchende Partikel, die mit einer Geschwindigkeit von über 200 000 km/Stunde in die Erdatmosphäre eintauchen. Bis zum 24. Oktober sind bis zu 40 Sternschnuppen pro Stunde zu erwarten.

STERNENBEOBACHTUNG

Vom 1. bis 4. Oktober und vom 10. bis 24. Oktober ist die Zeit für die Sternenbeobachtung in der ersten Nachthälfte günstig.

ÖFFENTLICHER BEOBACHTUNGSABEND

Bei schönem Wetter wird am Freitag, 5. Oktober, ab 20 Uhr in der Sternwarte Heiterswil oberhalb Wattwil ein öffentlicher Beobachtungsabend durchgeführt.

Hanspeter Steidle