BLICK ZUM TOGGENBURGER HIMMEL

Sternschnuppen und eine partielle Mondfinsternis Der Sternenhimmel im April 2013 Aufgang: 1. April: 7.07 Uhr MOSZ 30. April: 6.14 Uhr MOSZ Untergang: 1. April: 19.47 Uhr MOSZ 30. April: 20.

Drucken
Teilen

Sternschnuppen und eine partielle Mondfinsternis

Der Sternenhimmel

im April 2013

Aufgang:

1. April: 7.07 Uhr MOSZ

30. April: 6.14 Uhr MOSZ

Untergang:

1. April: 19.47 Uhr MOSZ

30. April: 20.26 Uhr MOSZ

MOSZ = Mitteleuropäische Sommerortszeit: Zeitangaben für die Region Toggenburg

Neumond: Mittwoch, 10. April, im Sternbild Fische

Vollmond: Donnerstag, 25. April, im Sternbild Jungfrau

MERKUR

Der innerste Planet des Sonnensystems kann im April nicht beobachtet werden.

VENUS

Sie befindet sich in der Nähe der Sonne und hält sich am Taghimmel auf. Sie kann nicht beobachtet werden.

MARS

Auch der Mars hält sich am Taghimmel auf und kann nicht beobachtet werden.

JUPITER

Der Jupiter kann am Abendhimmel beobachtet werden. Er befindet sich zwar bereits im Westen und geht anfangs April kurz nach Mitternacht unter, am 30. April bereits um etwa 22 Uhr.

SATURN

Er zeigt sich im Monat April von der schönsten Seite. Man sieht den ganzen Ring, und er ist der Erde gegen Ende April am nächsten, weil er dann in Opposition zur Sonne steht. Das Licht, das der Saturn von der Sonne reflektiert, braucht nur noch knapp 73 Minuten bis zur Erde. Der Planet zeigt deshalb mehr Details, besonders auch von den Ringen, wenn wir ihn durch ein Fernrohr beobachten. Er geht erst in den frühen Morgenstunden unter.

STERNE UND MILCHSTRASSE

Das Frühlingssternbild Löwe steht im April im Meridian, der hell leuchtende Hauptstern Regulus ist am 15. April um ca. 22.25 Uhr genau im Süden. Hoch über dem Sternbild Löwe sehen wir den Grossen Wagen (Grosser Bär). Im Nordwesten erkennen wir den Planeten Jupiter und im Osten den Planeten Saturn im Sternbild Jungfrau. Er leuchtet hell und ist während des ganzen Monats ein sehr schönes Objekt für das Fernrohr. Die Wintersternbilder verblassen allmählich im Westen, und im Osten folgen bereits die Sommersternbilder. Für jede Jahreszeit gibt es helle Sterne, die sich für die Orientierung am Himmel besonders gut eignen. So gibt es ein Frühlings- und ein Sommerdreieck, ein Herbst-Viereck und ein Sechseck im Winter. Das Frühlingsdreieck ist auf der Karte eingezeichnet. Es verbindet die hellen Sterne Arktur – Regulus – Spica. Wenn man dieses Dreieck am Himmel sieht, ist das Auffinden der weiteren Sternbildern leicht. Probieren Sie es einmal aus. So wird man das Sternbild Bootes und die Nördliche Krone bis zum Sternbild Herkules hoch im Nordosten viel schneller finden. Die beiden horizontnahen Sternbilder Becher und Rabe sind nur bei klarem Himmel leicht zu finden. Zwischen dem Grossen Bär und dem Löwen befindet sich ein Sternbild, das als Kleiner Löwe bezeichnet wird. Von den insgesamt 88 Sternbildern sind 39 Sternbilder Tiere und nur 20 Sternbilder sind Menschen oder Fabelwesen. Schon in früheren Kulturen kam die Verbundenheit von Mensch und Tier am Himmel voll zum Ausdruck.

STERNSCHNUPPEN

Die Erde durchquert auf ihrer Bahn im April vier Sternschnuppenströme. Es sind jedoch nur vereinzelte Sternschnuppen zu sehen. Die grösste Dichte an Sternschnuppen wird am 22. April erreicht. Dann sind von 22 Uhr bis ca. 4 Uhr zehn Sternschnuppen pro Stunde zu erwarten.

PARTIELLE MONDFINSTERNIS

Am Donnerstag, 25. April findet eine partielle Mondfinsternis statt. Der Mond streift nur ganz wenig am Erdschatten vorbei, so dass wir sie praktisch nicht wahrnehmen können. Von circa 21.50 bis 22.23 Uhr gelangt sie «nur am Rande» in den Kernschatten der Erde.

STERNBEOBACHTUNG

Bei schönem Wetter wird am Freitag, 5. April, von 21.15 Uhr bis 22.30 Uhr in der Sternwarte Heiterswil in Wattwil ein öffentlicher Beobachtungsabend durchgeführt. Weil erst am 10. April Neumond ist, kann der Sternenhimmel vom 1. bis zum 21. April jeweils an den Abenden in den meisten Himmelsregionen ohne störendes Mondlicht beobachtet werden. Der Mond selbst ist auch ein interessantes Objekt, besonders am 18. April, wenn der Terminator (Grenze beleuchteter Mond zum unbeleuchteten Teil) mitten über den Mond geht. Zudem kann der Komet Planstarr noch bis Mitte April in der Region Perseus – Cassiopeia hoch im Nordwesten beobachtet werden.

ASTRONOMISCHES

Das Weltall-Alter wird neu auf 13,82 Milliarden Jahre geschätzt. Wie kommen Astrophysiker darauf, das bisher auf 13,7 Milliarden Jahre geschätzte Alter unseres Universums heute etwas anzuheben? Die Planck-Sonde, 2009 gestartet, wurde speziell ausgerüstet für die Messung und Untersuchung der kosmischen Hintergrundstrahlung. Das ist die Strahlung, die im Jahr 1965 von den Wissenschaftern Arnold und Penzias entdeckt worden ist. Zuerst glaubten sie an irdische Störungen, als sie für die Bell-Company das stetige Rauschen bei der damaligen Telefonie abklären sollten. Als sie feststellten, dass das Rauschen vom ganzen Himmel stammte, wurde für die Wissenschafter bald einmal klar, dass es sich um eine Temperaturstrahlung von knapp drei Kelvin handeln musste, die entstand, als das Universum 380 000 Jahre jung war. Es war der Übergang vom undurchsichtigen zum durchsichtigen Universum. 1978 erhielten Arnold und Penzias den Nobelpreis für die Entdeckung dieser Strahlung. Inzwischen wurden weitere Sonden ausgerüstet, um diese Strahlung genauer zu erforschen. Die Planck-Sonde erlaubte eine noch viel differenziertere und präzisere Erforschung dieser Strahlung als die COBE-Sonde vor ca. 10 Jahren, insbesondere der Strahlungsfluktuationen. Das sind Temperaturschwankungen im Millionstel-Grad-Bereich. Sie waren entscheidend für die Erforschung des Weltall-Alters. Die neuen Messungen zeigen zwar noch Ungereimtheiten rein wissenschaftlicher Natur, hingegen sind die Berechnungen des Weltall-Alters mit grosser Wahrscheinlichkeit richtig. Hanspeter Steidle

Aktuelle Nachrichten