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Blick in ein Denkmal der Textilindustrie

Der Tröckneturm beim Unteren Burgweiher in St. Gallen ist fast 200 Jahre alt. Nach der Renovation vor 13 Jahren konnte er diesen Sommer erstmals besichtigt werden. Ob das auch künftig so sein wird, ist offen.
David Gadze
Sowohl im grossen Raum im westlichen Teil des Tröckneturms (links) als auch unter der Auskragung des Dachgeschosses (rechts unten) wurden einst Tücher zum Trocknen aufgehängt. (Bilder: Hanspeter Schiess)

Sowohl im grossen Raum im westlichen Teil des Tröckneturms (links) als auch unter der Auskragung des Dachgeschosses (rechts unten) wurden einst Tücher zum Trocknen aufgehängt. (Bilder: Hanspeter Schiess)

Majestätisch steht er da, in unmittelbarer Nähe des Unteren Burgweihers, seit fast 200 Jahren. Der Tröckneturm, ein Denkmal der St. Galler Textilindustrie. Um ihn herum sieht es beinahe so aus wie damals. Im Innern sind die Spuren der Zeit jedoch zu sehen. Die Sonne dringt durch Löcher in den Holzlamellen, das hellere Holz zeigt, wo überall schon nachgebessert werden musste. Diesen Sommer wurde der Tröckneturm an zwei Tagen pro Woche erstmals der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Ob das auch nächstes Jahr so sein wird, ist derzeit noch offen.

350 Besucher, aber kaum Touristen

Die vergangenen Monate seien eine Testphase gewesen, sagt Michaela Reichel, Direktorin des Textilmuseums. «Diese Phase müssen wir nun auswerten.» Die Stiftung Tröckneturm müsse jetzt über eine allfällige Weiterführung des Angebots entscheiden. Sie hatte den Turm in den 1990er-Jahren übernommen und zwischen 1999 und 2003 renoviert. Das Textilmuseum wurde damit beauftragt, den Turm öffentlich zugänglich zu machen.

Eine erste Bilanz des Textilmuseums fällt positiv aus. Rund 350 Personen haben den Tröckneturm von Juni bis September besucht. Vor allem Personen aus der Stadt und der Region hätten die Gelegenheit genutzt, sich ihn anzuschauen, sagt Reichel. Bis zu den Touristen sei das Angebot aber nicht wirklich durchgedrungen. Das habe vor allem damit zu tun, dass man erst im Spätwinter entschieden habe, den Tröckneturm zu öffnen. In den gedruckten touristischen Werbemitteln mit längerer Vorlaufzeit sei das Angebot deshalb gar nicht aufgeführt gewesen. «Und bis es sich in den anderen touristischen Netzwerken etabliert, braucht es Zeit.»

Rauch der Lokomotiven verschmutzte das Wasser

Der Tröckneturm wurde 1828 erbaut. Fast 100 Jahre lang verrichtete er seinen Dienst. Gemäss Rainer Zigerlig von der Stiftung Tröckneturm wurden im grossen Raum im westlichen Teil die langen Stoffbahnen aus der nebenan gelegenen Rotfärberei getrocknet, im östlichen Teil mit den Zwischengeschossen die kleineren. Dank dem überhängenden Dachstock konnten die Tücher auch auf der Aussenseite zum Trocknen aufgehängt werden. Namentlich der Eisenbahnbetrieb, der Mitte des 19. Jahrhunderts nach St. Gallen gekommen war, habe das Wasser der Burgweiher jedoch zunehmend verschmutzt, dass es nicht mehr zum Färben gebraucht werden konnte. Deshalb wurde in den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts im Sittertal eine neue Färberei erstellt und das alte Fabrikgebäude beim Tröckneturm nach 1926 abgebrochen. «Der Turm blieb jedoch als stummes Zeugnis der grossen textilen Vergangenheit stehen», sagt Zigerlig.

Am Holzbauwerk nagte jedoch der Zahn der Zeit. Gemäss der Beschreibung auf der Homepage befand sich der Tröckneturm 1962 «in einem sehr schlechten baulichen Zustand» und präsentierte sich 1971 «verwahrlost und jämmerlich». 1974 wurde er erstmals aussen renoviert. Nach der Übernahme durch die Stiftung folgte die umfassende Restaurierung um die Jahrtausendwende. Gemäss Zigerlig verfolgte die Stiftung zwei Ziele: Zum einen sollte ein öffentlich nutzbarer Raum entstehen. Dieser befindet sich im Kellergeschoss und kann für Veranstaltungen gemietet werden. Zum anderen sollten im Innern des Turms Ausstellungsräume eingerichtet werden. Mit Hilfe verschiedener Historiker wurde eine Dokumentation der Quartier-, Stadt- und Wirtschaftsgeschichte mit einem Schwerpunkt auf der Textilindustrie aufgebaut. Trotz aller Nachbesserungen befinde sich das fast 200 Jahre alte Bauwerk «praktisch im Originalzustand».

Auf finanzielle Unterstützung angewiesen

Dass es 13 Jahre gedauert hat, diese Räumlichkeiten für die Öffentlichkeit zu öffnen, habe mehrere Gründe, sagt Zigerlig. «Als Stiftung sind wir nicht in der Lage, das Personal für einen dauerhaften öffentlichen Betrieb zu stellen. Und den Testbetrieb konnten wir nur dank der finanziellen Unterstützung der Ortsbürgergemeinde aus dem Straubenzeller Fonds realisieren.» Mit den Einnahmen aus der Vermietung des Begegnungsraums würden Betrieb und Unterhalt des Turms finanziert. Für grössere Arbeiten sei die Stiftung auf die Unterstützung von Gönnern angewiesen.

Tröckneturm im Areal der Burgweier Letztmals geöffnet für die Öffentlichkeit in dieser Saison Aktion der Tourist Information Bilanz? Verknüpft mit einem gut bebilderten Augenschein. (Bild: Hanspeter Schiess)

Tröckneturm im Areal der Burgweier Letztmals geöffnet für die Öffentlichkeit in dieser Saison Aktion der Tourist Information Bilanz? Verknüpft mit einem gut bebilderten Augenschein. (Bild: Hanspeter Schiess)

Tröckneturm im Areal der Burgweier Letztmals geöffnet für die Öffentlichkeit in dieser Saison Aktion der Tourist Information Bilanz? Verknüpft mit einem gut bebilderten Augenschein. (Bild: Hanspeter Schiess)

Tröckneturm im Areal der Burgweier Letztmals geöffnet für die Öffentlichkeit in dieser Saison Aktion der Tourist Information Bilanz? Verknüpft mit einem gut bebilderten Augenschein. (Bild: Hanspeter Schiess)

Tröckneturm im Areal der Burgweier Letztmals geöffnet für die Öffentlichkeit in dieser Saison Aktion der Tourist Information Bilanz? Verknüpft mit einem gut bebilderten Augenschein. (Bild: Hanspeter Schiess)

Tröckneturm im Areal der Burgweier Letztmals geöffnet für die Öffentlichkeit in dieser Saison Aktion der Tourist Information Bilanz? Verknüpft mit einem gut bebilderten Augenschein. (Bild: Hanspeter Schiess)

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