Die Bergwirtschaft Blattendürren wird ein Experiment auf Zeit

Das beliebte Beizli oberhalb von Urnäsch öffnet vorerst für drei Monate. Am Werk sind erfahrene Gastronomen.

Karin Erni
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Ruth Fuster und Rolf Grob freuen sich auf Gäste.

Ruth Fuster und Rolf Grob freuen sich auf Gäste.

Bild: Karin Erni

Ruth Fuster ist eine Bergwirtin, wie sie im Buche steht: bodenständig und unkompliziert. Die Bauerntochter aus Eggerstanden hat die Servicelehre im «Bären» Gonten absolviert und war danach an verschiedenen touristischen Stationen tätig – unter anderem acht Saisons lang im Alten Säntis. Die letzten Jahre führte sie das Skihaus Holzegg in Schwyz. Danach wollte sie wieder zurück ins Appenzellerland. «Ich habe mir die Bergwirtschaft Blattendürren im Frühjahr schon einmal angeschaut, war dann aber unsicher, ob sie im Winter eine volle Existenz bietet», so Ruth Fuster.

Vor zwei Wochen hat sich schliesslich eine interessante Fügung ergeben: Rolf Grob, Patron und Chef de cuisine des «Bären» Gonten, Liegenschaftsbesitzer Urs Jäger aus Schwellbrunn und der vormalige Pächter Florian Inauen, dem noch das Inventar gehört, haben sich gemeinsam mit Ruth Fuster auf einen unkomplizierten Versuchsbetrieb geeinigt. «Wichtig ist uns allen, dass die einfache Bergwirtschaft während der Wandersaison offen ist. Nach drei Monaten wird Kassensturz gemacht. Es sollte idealerweise für alle Beteiligten etwas herausschauen», so Grob. Falls das Experiment erfolgreich verläuft, wird ein Konzept erarbeitet und geprüft, ob allenfalls Synergien mit dem «Bären» genutzt werden können.

Ab 1. August können die Gäste auf Blattendürren wieder einkehren. Die Karte ist kurz gehalten und hat für den kleinen und grossen Hunger etwas Feines parat. Nicht fehlen dürfen die Siedwürste mit Kartoffelsalat oder ein Fitnessteller mit Whiskywurst. Zum Dessert oder zum Zvieri locken hausgemachter Schlorzifladen oder die traditionellen Apfelgipfel. «Wir führen auch feine Weine», verrät Ruth Fuster.