Blasmusik-Start ins Jubiläumsjahr

WATTWIL. Das Jahr 2012 ist für die Musikgesellschaft Wattwil ein intensives Jahr. Zum 125-Jahr-Jubiläum schafft sie sich neue Uniformen an und organisiert im Juni den Kreismusiktag in Wattwil. Am Samstag war der Auftakt zum Jubiläumsjahr mit dem Jubiläumskonzert im Thurpark.

Hansruedi Kugler
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Unter dem Notenhimmel dirigierte Urs Lenherr seine Musikgesellschaft von Marsch zu Ländler, von Pop zu Blues. (Bilder: Hansruedi Kugler)

Unter dem Notenhimmel dirigierte Urs Lenherr seine Musikgesellschaft von Marsch zu Ländler, von Pop zu Blues. (Bilder: Hansruedi Kugler)

Blasmusikkonzerte sind längst nicht mehr steife Abende mit heroischer Marschmusik. Die Musikgesellschaft Wattwil bewies am Samstag im Thurpark die Vielfalt der Blasmusik mit einem breiten Repertoire: Von den Blues Brothers bis zum Wattwiler Marsch, von Richard Strauss bis zu Musical-Klassikern wie «Don't cry for me Argentina». Und als Michael Forster und Judith Gabriel im roten Brusttuch ihre Soloklarinetten auf die Bühne trugen, hörte man auch noch «Zwee grossi Appezöller», das die musikalische Vielfalt durch das Volkstümliche komplettierte. So frisch die Musik, so jung die Musikgesellschaft. Sie feiert dieses Jahr zwar ihren 125. Geburtstag. Das Durchschnittsalter der Musiker beträgt jedoch nur 30 Jahre.

Nachwuchs mit Pop-Einfluss

Das Jubiläumskonzert, moderiert von den beiden Jungmusikerinnen Martina Häne und Marina Arnold, begann mit vier Stücken des Jugend Blas Ensembles der Musikschule Toggenburg unter der Leitung von Mario Haltinner. Dass der Blasmusik-Nachwuchs durchaus seine eigenen Ideen einbringt, demonstrierte das Ensemble mit dem «Pink Panther», diesmal nicht im traditionellen Swing, sondern rhythmisch von Hip-Hop bis Funk. Und auf Wunsch der Jungmusiker spielte das Ensemble sogar den Song «Just dance» der aktuellen Mega-Pop-Ikone Lady Gaga. Er habe damit gezögert, meinte Mario Haltinner, bis er vor einem halben Jahr einen seiner Jazz-Heroen, den Sänger Tony Bennett, ein Duett mit Lady Gaga singen hörte. «Unterdessen finde ich Lady Gaga ziemlich cool.»

Gastsängerin Felizitas Hetzel

Mit dem «Erwin Altherr-Marsch» startete dann die Musikgesellschaft in ihr Programm. Soli-Auftritte hatten dann der Trompeter Heinz Buri in «Come back to Sorrento» sowie die beiden Klarinettisten Michael Forster und Judith Gabriel. Als Gastsängerin hatte Felizitas Hetzel aus Wattwil zwei Auftritte. Sie hat am Musikkonservatorium klassischen Gesang studiert und besuchte Kurse bei der Jazz-Sängerin Marianne Racine. Felizitas Hetzel sang vor zwei Jahren schon mit der Musikgesellschaft Wattwil, am Samstagabend nun zwei Musical-Hits: «I dreamed a Dream» aus «Les misérables» und «Don't cry for me Argentina» aus «Evita».

«Jede Note zählt»

Das Spendenbarometer für die Neuuniformierung der Musikgesellschaft Wattwil steht derzeit auf 58 Prozent. Bis die Uniformen im Juni präsentiert werden, gibt es noch einiges zu tun. Schliesslich kosten die 40 neuen Uniformen rund 100 000 Franken. Deshalb hatten die Noten über der Bühne des grossen Thurpark-Saals am Samstagabend eine doppelte Bedeutung. «Jede Note zählt» lautet nämlich das Motto der Spendenaktion, die am letztjährigen Wattwiler Fest gestartet wurde. Für zehn Franken wird man als Spender für jede Note im Wattwiler Marsch von Jean Walker aufgeführt. Im Foyer des Thurparks hing das Notenblatt, das man auch auf der Homepage der MG Wattwil anschauen kann. Mittlerweile sind bis auf einige wenige Noten alle Noten des Wattwiler Marsches beschriftet.

Weitere Bilder: www.toggenburgertagblatt.ch

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