«Blätz für Blätz» für Bedürftige

Einmal im Monat klappern im Pfarreiheim in Wattwil die Stricknadeln. «Blätz für Blätz» entsteht beim geselligen Zusammensein der älteren Frauen. Doch hier wird nicht nur gestrickt.

Merken
Drucken
Teilen

Einmal im Monat klappern im Pfarreiheim in Wattwil die Stricknadeln.

«Blätz für Blätz» entsteht beim geselligen Zusammensein der älteren Frauen. Doch hier wird nicht nur gestrickt. Es wird geplaudert und gelacht, manchmal auch getratscht und Alltagssorgen werden besprochen. Das Stricken der Frauen ist aber kein Selbstzweck.

Decken und Kleider für Babies

In die circa zwanzig mal zwanzig Zentimeter grossen «Blätze» stricken die Frauen auch manch guten Gedanken für notleidende Menschen im Tschad. Sind die farbenfrohen Quadrate fertig, werden sie zu Decken zusammen gehäkelt. Ebenfalls werden Schlüttli und Finkli für Babies gestrickt. Die Lismete soll nämlich als Decke oder Kleidung warm geben. Die fleissigen Frauenhände sind aber nicht nur an den gemeinsamen Zusammenkünften, sondern in vielen freien Stunden auch zu Hause für diesen guten Zweck tätig. So werden im Jahr rund 100 Decken und wohl etwa 50 Schlüttli mit Finkli hergestellt. Diese Lismeten-Gemeinschaft entstand vor vielen Jahren als Missions-Hilfe für die im Tschad wirkende Wattwiler Missionsschwester Gret Marty.

Willkommene Geschenke

Doch warum Decken für Menschen in einem Land mit tropischem Klima? Trotz warmen Tagen können in den Nächten Temperaturen um den Gefrierpunkt herrschen. Da auch die Behausungen der in meist ärmlichen Verhältnissen lebenden Bevölkerung kaum Schutz bieten, sind die Decken willkommene Geschenke. Nach dem Tode von Schwester Gret Marty werden die fertigen Decken und Schlüttli jeweils dem Orden der Ursulinerinnen, dem Schwester Gret angehörte, und der weiterhin im Tschad wirkt, übergeben.

Die Beschaffung des Stoffes, aus dem die Decken und Schlüttli hervorgezaubert werden, nämlich Wolle, ist ein ständiges Anliegen der Frauen. Damit deren Beschaffung möglich ist, wird jährlich ein Opfer im Gottesdienst aufgenommen. Auch können hin und wieder Spenden oder sogar Wolle entgegengenommen werden. Erna Fehr