Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Premiere in der Herisauer Stuhlfabrik: Bitterböses aus dem Sündenbuch

Das Theater Appenzeller Vorderland gastiert mit einer Komödie von Lukas Linder in Herisau und Speicherschwendi.
Martin Hüsler
Turbulenzen in der Komödie «Das Sündenbuch» lassen sich nicht vermeiden. Bild: hü

Turbulenzen in der Komödie «Das Sündenbuch» lassen sich nicht vermeiden. Bild: hü

Mit der Premiere am kommenden Freitag, 8. November, in der Stuhlfabrik Herisau gewährt die Laientruppe des Theaters Appenzeller Vorderland (TAV) Einblick in ein Sündenbuch.

Möglich macht dies der Schweizer Dramatiker Lukas Linder dank seiner gleichnamigen Komödie. Die Theaterpädagogin Angelique Anderegg führt Regie.

Von Gogol inspiriert

Es ist Sonntagnachmittag, noch fünf Tage bis zur Premiere. In den Räumlichkeiten einer ehemaligen Küferei an der Dufourstrasse in Rorschach ist Feinschliff für «Das Sündenbuch» angesagt. Susan Torres, Ursi Walliser, Marie-Louise Wick, Irène Zindel, Meinrad Amstutz, Heinz Bernhard, Karl Göltenboth und Urs Irniger machen sich bereit für einen zweiten Durchlauf.

Mit dabei sind Cornelia Buder (Stimme), Christian Aeschbacher (Technik) und Klaudiusz Zylinksi (Musik). Regisseurin Angelique Anderegg, grundsätzlich zufrieden mit dem Stand der Probenarbeit, gibt letzte Anweisungen: «Die Dialoge müssen laufen. Arbeitet nach vorn, wenn ein Text aus Versehen ausgelassen wird.»

Filmische Sequenzen flimmern über ein Leintuch. Das Sündenbuch wird aufgeschlagen. Vor dem geistigen Auge ersteht ein x-beliebiges helvetisches Dorf. Dessen Bürgerinnen und Bürger, obrigkeitlich dirigiert von Gemeindepräsident Obermoser und Priester Nierenstein, haben sich in anzweifelbarer Selbsteinschätzung Grosszügigkeit und Offenheit zu ihren Prinzipien erhoben. Dabei bestimmen Biedersinn und ein entlarvendes Verhaftetsein in engen Denkmustern ihr Leben. Autor Lukas Linder, von Nikolai Gogols «Der Revisor» zu seiner Komödie angeregt, gibt ihnen reichlich Gelegenheit, dies zu belegen. Er trägt ebenso derb wie witzig und hintersinnig auf, Permanent lässt er in Abgründe blicken, was sich dann in Sätzen niederschlägt wie «Migrationspolitik ist eine männliche Domäne» oder «Man kennt die Probleme nicht, weil man vor der Tagesschau einschläft» oder «Mit Vernunft betrachtet macht auch das Unerträgliche Sinn» oder «Gott ist tot, aber das bleibt unter uns». Und über die Tochter des Gemeindepräsidenten erfahren wir aus dem Mund ihrer enervierten Mutter: «Sie pubertiert, und das seit Jahren; sie könnte auch einmal etwas anderes machen.»

Beäugt und beargwöhnt

In diese «Idylle» bricht René Nöthli ein, ein Fremder. Will man ihn wirklich hier haben? Fällt er uns nicht bloss zur Last, gar dann, wenn er am Ende noch ein Flüchtling ist? Eine Abschreckungskampagne soll den Neuankömmling aus dem Dorf komplimentieren. Also macht man dieses Dorf madig, listet seine Unzulänglichkeiten auf und redet es schlecht, auf dass sich Nöthli wieder von dannen mache. Doch dieser lässt sich nicht beirren. Zwar notiert er ins Sündenbuch, was ihm an Mängeln auffällt. Aber generell findet er Gefallen am Dorf und verschwendet keinen Gedanken daran, es zu verlassen. Er vermag gar die Sympathien der Gattin des Gemeindepräsidenten und dessen Tochter zu gewinnen. Gleichwohl wollen ihn die Dörfler partout weghaben. Die Lage wird komplex und erheischt radikales Vorgehen.

In der Stuhlfabrik Herisau und im Saal des Gasthauses Bären in der Speicherschwendi ist in den nächsten Tagen Genaueres zu erfahren.

Neun Aufführungen

Das Theater führt Lukas Linders Komödie «Das Sündenbuch» neunmal auf. Vier Aufführungen finden in der Stuhlfabrik Herisau statt: 8. Nov. (20 Uhr), 9. Nov. (20 Uhr), 10. Nov. (17 Uhr) und 14. Nov. (20 Uhr). Im «Bären» Speicherschwendi sind fünf Aufführungen geplant: 17. Nov. (17 Uhr), 20. Nov. (20 Uhr), 21. Nov. (20 Uhr), 22. Nov. (20 Uhr) und 24. Nov. (17 Uhr). (hü)

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.