Bischof errichtet Seelsorgeeinheit

HEIDEN. Die vier Pfarreien Heiden-Rehetobel, Eggersriet-Grub SG, Oberegg-Reute und Walzenhausen arbeiten künftig in der Seelsorgeeinheit über dem Bodensee zusammen. Diese wurde am Samstag durch Bischof Markus Büchel errichtet.

Jesko Calerara
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Franz Kreissl, Leiter des Pastoralamtes im Bistums St. Gallen, liest das Dekret vor, mit dem Bischof Markus Büchel die Seelsorgeeinheit errichtete. (Bild: cal)

Franz Kreissl, Leiter des Pastoralamtes im Bistums St. Gallen, liest das Dekret vor, mit dem Bischof Markus Büchel die Seelsorgeeinheit errichtete. (Bild: cal)

Am Samstag, an Maria Himmelfahrt, errichtete Bischof Markus Büchel im Rahmen des Festgottesdienstes in der vollen katholischen Kirche Heiden per Dekret die Seelsorgeeinheit über dem Bodensee. Diese erstreckt sich über acht Gemeinden in den Kantonen Appenzell Ausserrhoden, Innerrhoden und St. Gallen. So sind die Pfarreien Heiden-Rehetobel, Eggersriet-Grub SG, Oberegg-Reute und Walzenhausen Teil der Seelsorgeeinheit über dem Bodensee.

«Die Errichtung einer Seelsorgeeinheit ist ein besonderer Akt», sagte Bischof Markus Büchel in seinen Ausführungen. Der Schritt biete die Chance, das kirchliche Leben im kleinen zu bereichern. Ein Neuanfang stelle aber immer auch eine Herausforderung dar, so der Bischof.

Antwort auf Priestermangel

Alle 142 Pfarreien im Bistum St. Gallen werden in eine der 33 Seelsorgeeinheiten integriert. Bis Ende Jahr soll der Prozess, den bereits Bischof Ivo Fürer begonnen hatte, abgeschlossen sein. Dabei geht es darum, über Gemeindegrenzen hinweg im Bereich der priesterlichen und seelsorgerischen Dienste eng zusammenzuarbeiten.

«Seelsorgeeinheiten sind die Antwort des Bistums St. Gallen auf gesellschaftliche Veränderungen wie den Priestermangel», betonte Bischof Markus Büchel. Dabei blieben die Pfarreien, die jede eine eigene Geschichte habe, bestehen. Er komme zur Errichtung einer Seelsorgeeinheit aber immer mit gemischten Gefühlen. Einerseits handle es sich um einen festlichen Anlass, der lange Zeit vorbereitet worden sei, meinte der Bischof. Anderseits werde der Schritt von den wenigstens gewollt. «Vielmehr ist es der Wunsch des Bistums.»

Pfarreien bleiben bestehen

Bischof Markus Büchel hob ferner die Notwendigkeit hervor, über Grenzen hinweg zu denken. «Wir können nicht mehr jeder Kirchgemeinde alles geben.» Die Kirche befinde sich in einem grossen Wandel. Eine Seelsorgeeinheit führe aber nicht zu einer Einheitlichkeit, sagte Bischof Büchel. «Vielmehr sollen die Unterschiede der einzelnen Pfarreien erhalten bleiben.» Das Gemeinsame und Verbindende bleibe der Glaube, sagte er.

Für die Bewältigung der gemeinsamen Aufgaben auf Verwaltungsebene der Seelsorgeeinheit über dem Bodensee ist der Kreisrat zuständig. Koordinator des Pastoralteams wird dagegen Albert Kappenthuler.

Wille zur Ökumene

Zu den Gratulanten während des Gottesdiensts gehörten auch fünf der sechs reformierten Pfarrpersonen aus dem Gebiet der neu errichteten Seelsorgeeinheit. Sie betonten ihren Willen zur Fortsetzung der Ökumene. Beatrix Jessberger, Pfarrerin in Rehetobel, wies allerdings auch auf die Gefahren einer Seelsorgeeinheit hin. «Es darf durch den Zusammenschluss keine Entfremdung zwischen den Gläubigen und dem Seelsorgeteam geben.»

Felsenkirsche als Erinnerung

Musikalisch gestaltet wurde der Gottesdienst durch die Kirchenchöre Oberegg, Walzenhausen, Heiden und Eggersriet-Grub SG. An die Feier erinnern soll die gepflanzte Felsenkirsche, die der Bischof zum Schluss segnete.