Bischof Büchel in der Strafanstalt

Kürzlich besuchte Bischof Markus Büchel Personal und Bewohner des Massnahmenzentrums Bitzi in Mosnang. Direktor Leo Näf und sein Stab führten den Bischof durch das Zentrum und zur Begegnung mit Mitarbeitenden beim Mittagessen.

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Ein Insasse zeigt Bischof Markus Büchel, Leo Näf, Direktor Bitzi, Heinz Brander, Leiter berufliche Integration Bitzi, und Marcus Schatton, katholischer Seelsorger, seine Schreinerarbeiten (v. l.). (Bild: pd)

Ein Insasse zeigt Bischof Markus Büchel, Leo Näf, Direktor Bitzi, Heinz Brander, Leiter berufliche Integration Bitzi, und Marcus Schatton, katholischer Seelsorger, seine Schreinerarbeiten (v. l.). (Bild: pd)

MOSNANG. Bischof Markus Büchel hatte an diesem Tag Kontakt mit den zuständigen Seelsorgenden Marcus Schatton (katholische Kirche) und Brigitte Schmidt (evangelische Kirche) sowie verschiedenen Mitarbeitenden der Bitzi.

Themen Schuld und Vergebung

Er besuchte die Werkstätten, die Gärtnerei und den Landwirtschaftsbetrieb. Dabei führte er Gespräche mit Insassen der geschlossenen und der offenen Abteilung. Diese Treffen, die der Bischof alleine mit den Gefangenen hatte, waren für ihn sehr eindrücklich.

Tiefe Glaubensdiskussionen entstanden. Der Bischof hatte teils schwierige Fragen zu beantworten. Für Gott seien alle Menschen wertvoll, ob reich oder arm, ob gefangen oder in Freiheit, betonte Markus Büchel. Auch die Themen Schuld, Sühne und Vergebung waren zentral. Einige Gefangene erzählten von ihren Ängsten um kranke Familienangehörige oder von der Ungewissheit, wie lange die Massnahme noch dauern werde.

Wie schwierig diese Ungewissheit der Aufenthaltsdauer für Menschen im Massnahmenvollzug ist, war für den Bischof eine neue Erfahrung.

Rückfälle vermeiden

«Der Gefängnisaufenthalt wird zugunsten einer stationären, therapeutischen Massnahme aufgeschoben», dieser Satz steht immer wieder in Beiträgen über Gerichtsfälle. Was dies bedeuten kann, fasste ein junger Mann zusammen: «Ich wurde mit 18 zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt», erzählte er dem Bischof. «Jetzt bin ich 28 und immer noch hier».

An den Entscheid, wann jemand wieder aus einer Massnahme entlassen wird, werden hohe Anforderungen gestellt, dies wurde aus Gesprächen mit der Anstaltsleitung deutlich. Einerseits gilt es Rückfälle zu vermeiden und die Gesellschaft vor Gewalt- oder Sexualdelikten zu schützen, andererseits gibt es ein Anspruch der Verurteilten auf Wiederintegration in die Gesellschaft. Tendenziell wird heute stärker auf den Schutz der Gesellschaft geachtet. (pd)

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