Heiden: Bis Mai soll das Sparpaket stehen ++ Massnahmen noch offen ++ Ohne Gegensteuer droht eine Steuererhöhung

Die Vorderländer Gemeinde plagt ein strukturelles Defizit von über einer Millionen Franken. Nun werden Sparmassnahmen gesucht.

Jesko Calderara
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Die Gemeinde Heiden will die ersten Sparmassnahmen 2021 umsetzen.

Die Gemeinde Heiden will die ersten Sparmassnahmen 2021 umsetzen.

Bild: APZ

Die Gemeinde Heiden muss sparen. Bereits bei der Präsentation des Voranschlags 2020 kündigte Gemeindepräsident Gallus Pfister ein Entlastungsprogramm an. Dazu wird der Gemeinderat nun eine Arbeitsgruppe einsetzen. Dies kündigte er gestern in einer Medienmitteilung an.

Der Arbeitsgruppe gehören Gemeinderat Jörg Lutz, Präsident der Kommission Infrastruktur, Sven Gerig, Vertreter der Kommission Finanzen und Verwaltung, Marco Stübi, Gemeindeschreiber sowie Suzan Yavuz, Leiterin Finanzen und stellvertretende Projektleiterin, an. Die Leitung übernimmt Gallus Pfister. Extern begleitet wird das Projekt durch das Beratungsunternehmen BDO, vertreten durch Markus Meli.

Erste Massnahmen sollen 2021 umgesetzt werden

Gemäss Pfister hat die Projektgruppe verschiedene Aufgaben. Unter anderem wird sie das Erfassen der Massnahmen koordinieren. Zudem wird die Arbeitsgruppe dem Gemeinderat Handlungsempfehlungen abgeben. Dieser will dann bis Ende Mai über das Entlastungsprogramm entscheiden. Die beschlossenen Massnahmen werden mit dem Voranschlag 2021 der Öffentlichkeit präsentiert.

Die Umsetzung des Entlastungsprogramms soll in drei Paketen erfolgen, wie es in der Mittelung heisst. Im ersten Paket werden Sofortmassnahmen zusammengefasst, die unmittelbar Wirkung erzielen und mit dem Voranschlag 2021 umgesetzt werden können. Im zweiten Paket werden Massnahmen gebündelt, für die es eine Gesetzesänderung beziehungsweise eine Volksabstimmung braucht. Als Beispiel nennt Pfister den Neubau der Turnhalle Gerbe, zu dem das Volk bereits Ja gesagt hat. Dieses Vorhaben, ohne die Mehrzwecknutzung zu realisieren, wäre um 1,5 Millionen Franken günstiger und würde über 40 Jahre zu jährlich 37500 Franken tieferen Amortisationskosten führen. «Über eine solche Änderung müsste das Volk jedoch erneut befragt werden», sagt der Gemeindepräsident. Das dritte Paket beinhaltet alle Sanierungs- und Unterhaltsarbeiten an der gemeindeeigenen Infrastruktur. Dabei wird auch der Verkauf nicht mehr benötigter Liegenschaften geprüft.

Ziel des Entlastungsprogramms ist der Abbau des strukturellen Defizits. «Wir wollen mittelfristig einen ausgeglichenen Haushalt erreichen, wobei der heutige Steuerfuss von 3,7 Einheiten möglichst beibehalten werden soll», sagt Pfister. Für 2020 rechnet Heiden mit einem strukturellen Defizit von 1,2 Millionen Franken. Bis 2023 erhöht sich dieses jährliche Defizit auf 1,6 Millionen Franken. Ohne Gegensteuer ist das verfügbare Eigenkapital dann aufgebraucht. Dies hängt auch mit den geplanten Investitionen von 48,6 Millionen Franken zusammen, die zu einem höheren Abschreibungsbedarf führen.