Biologie der Langsamkeit

Zu «Wandel der Biodiversität im Wald» findet am kommenden Mittwoch in Wattwil ein Vortrag statt.

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WATTWIL. Am Mittwoch, 26.September, um 20 Uhr findet im Restaurant Thurpark Wattwil ein Vortrag unter dem Titel «Wandel der Biodiversität im Wald aus der Perspektive von Engelshaar- und Lungenflechte» statt. Referent ist Dr. Christoph Scheidegger, Leiter der Forschungseinheit Biodiversität und Naturschutzbiologie der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) in Birmensdorf.

In den vergangenen 150 Jahren hat der Lebensraum Wald grosse Veränderungen erfahren. Strukturreiche Waldflächen und Totholz wurden beispielsweise durch eine übermässige Holzentnahme seltener, die Vielfalt an Lebensräumen und Arten gingen zurück. Das primäre Ziel war die Holzproduktion. Als grösste Defizite im Wald werden heute die ungenügende Ausscheidung von Waldreservaten, das Fehlen von vielfältigen Strukturen und der Mangel an Alt- und Totholz angesehen. Ein Lichtblick ist die neue, multifunktionale Waldwirtschaft. Im Vortrag werden Veränderungen aus der Perspektive unbekannterer Lebewesen wie baumbewohnenden Flechten beleuchtet. Tatsächlich sind über 40 Prozent der bisher untersuchten Arten gefährdet und die roten Listen für die Schweiz weisen mehr Flechten als ausgestorben aus, als Säugetiere, Vögel, Reptilien und Amphibien zusammen. Beispiele aus der naturschutzbiologischen Forschung und Umsetzung zeigen Möglichkeiten auf, den Verlust der Biodiversität in Zukunft auch für diese artenreiche Organismengruppe zu stoppen.

Zu diesem interessanten Vortrag, organisiert von den Natur- und Vogelschutzgruppen Toggenburg, sind alle, speziell auch Waldbesitzer, herzlich eingeladen. (sb)