Biogasanlage Biorender AG wird versteigert

MÜNCHWILEN. Zur Versteigerung steht eine Liegenschaft mit Gebäuden und Zugehör im Gebiet Sigensee in Münchwilen. Ein aussergewöhnlicher Fall auch für Jürg Wacker vom Konkursamt des Kantons Thurgau.

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MÜNCHWILEN. Zur Versteigerung steht eine Liegenschaft mit Gebäuden und Zugehör im Gebiet Sigensee in Münchwilen. Ein aussergewöhnlicher Fall auch für Jürg Wacker vom Konkursamt des Kantons Thurgau. «Ich weiss nicht, ob schon jemals ein Konkursamt in der Schweiz eine Biogasanlage versteigert hat», sagt er. In der Tat: Zur Versteigerung gelangen nicht nur die Gebäude und Grundstückflächen, sondern mit dem sogenannten Zugehör auch die Vergärungsanlage und die Aufbereitungsanlage zur Herstellung von Biogas.

An Gebäuden umfasst das Grundstück einen Maschinenraum Abwasser, ein Bürohaus, ein Betriebsgebäude, ein Klärbecken mit Betriebsgebäude, eine Tiersammelstelle und übrige befestigte Flächen von gut 4200 Quadratmetern. Das Lastenverzeichnis liegt den beteiligten Gläubigern bis zum 2. Februar beim Konkursamt des Kantons Thurgau in Frauenfeld zur Einsichtnahme auf. Klagen auf Anfechtung des Lastenverzeichnisses sind bis 29. Januar beim Bezirksgericht Münchwilen in Eschlikon anhängig zu machen.

Gegenwärtig wird die Anlage in Münchwilen, in der tierische Nebenprodukte und Speisereste zu Biogas vergärt werden, vom Herisauer Unternehmen Jakob Bösch AG weitergeführt. Er verfügt über einen Mietvertrag für die Dauer eines Jahres. Dieser Vertrag muss vom Käufer der Liegenschaft übernommen werden. Das produzierte Biogas wird bis auf weiteres von der Stadt St. Gallen zu einem festgelegten Preis abgenommen. Gegenwärtig wird die auf tiefem Niveau arbeitende Anlage wieder etwas nach oben gefahren. Ein Signal, dass Jakob Bösch die Anlage übernehmen will? «Wir sind interessiert», sagt Jakob Bösch. Er will sich aber noch nicht offen in die Karten schauen lassen. Zurzeit klärt er mit den einstigen Vertragsgemeinden ab, ob sie wieder Gas abnehmen würden.