Bilder laden zum Betrachten ein

Diesen Samstag eröffnet das Atelier Drei-Klang eine Ausstellung mit Arbeiten der dort wirkenden Kirchberger Künstler. Die drei treten mit Werken hervor, die zum längeren Betrachten einladen.

Peter Küpfer
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Andrea Schweizer-Oehler: Letzte Pinselstriche für eines ihrer Bilder für die Ausstellung. Bilder: Peter Küpfer

Andrea Schweizer-Oehler: Letzte Pinselstriche für eines ihrer Bilder für die Ausstellung. Bilder: Peter Küpfer

Von aussen wirkt das Atelier im Gähwiler Dorfkern bescheiden. Es ist im Parterre eines Wohnhauses untergebracht und macht durch nichts speziell auf sich aufmerksam. Im Innern riecht es angenehm nach Leinöl, es herrscht für ein Atelier wenig schöpferisches Chaos. Im Gegenteil wirken die drei Arbeitsplätze, an denen die beiden Kirchberger Künstlerinnen und ihr Kollege an ihren Werken arbeiten, strukturiert und übersichtlich. Alles macht dem Eintretenden sofort klar: Hier wird gearbeitet.

Die drei Künstler kennen sich schon seit der Zeit, als ihnen das kollektive Kirchberger Atelier «Zeig mol» im Dachstock eines von der Firma Strässle angebotenen Gebäudes zur Verfügung stand. Sie haben ihren eigenen Stil gefunden, den sie vertiefen und entwickeln. Die drei arbeiten zusammen, aber lose. Der «Drei-Klang», der ihrem Atelier den Namen gegeben hat, besteht aus drei individuellen und markanten Tönen. Gemeinsame Ausstellungen haben sie bisher noch nie gemacht. Die Ausstellung in der Alten Zwirnerei Mühlau in Bazenheid von Mitte September wird für sie eine Premiere sein. Um ihren dort ausgestellten neuesten Bildern noch den letzten Schliff zu geben, sind sie diesen Morgen alle vereint im Atelier.

Vielschichtige Schichten und Geschichten

Ihre Bilder sind vielschichtig. Das zeigt sich schon in der Technik. Claudia Leu hat es die Tempera-Malerei besonders angetan. Das Vorbereiten und Herstellen der Tempera mit Ei und Leinölfirnis ist für sie eine sinnliche Einstimmung auf das Malen.

Sie malt nicht aus einem Wurf, sondern liebt es, wenn ihre Bilder langsam entstehen, Schicht um Schicht, und sich verändern. In letzter Zeit malt sie ihre Bilder fast ausschliesslich auf Holz, da schätzt sie den gewissen Widerstand im festen Material. Auch Andrea Schweizer-Oehler liebt es, ihre Bilder sich entstehen und verändern zu lassen. Veränderung, auch Sich-Befreien durch Malerei ist für sie ein Thema, welches ihr Schaffen durchzieht. Auch sie liebt die Schichten, das Durchscheinen verschiedener Ebenen, innerer und äusserer. Einige der Bilder im Atelier zeugen von raffinierter Collagentechnik, welche den Betrachter zu längeren «Wegen durchs Bild» einladen, wobei auch hier Schriftzüge zu erkennen sind. Anders als eine Wegmarkierung weisen sie nicht in eine einzige klar bestimmte Richtung, sondern lassen dem Betrachter Raum für eigenes Erkunden.

Herrliche Farben leuchten auf den Bildern des Dritten im Bunde, Goar Baumberger. Landschaften in klaren, intensiven Flächen. Inspiriert wurde er zu diesen Bildern in mehreren Aufenthalten in Neuseeland. Einige sind figürlich, andere im Übergangsfeld zur Abstraktion. Es ist, wie wenn der Künstler auf der Suche nach einer Formel für seine Landschaften wäre, eine Art Ornament. Ornamentik ist denn auch eine starke Seite von Baumberger. Der gelernte Stickereientwerfer malt herrliche Blumenarrangements in Aquarell, die sowohl von ihrer Anordnung her als auch in ihren Farbtönen beeindrucken.

Ausstellung «Drei Klang», Alte Zwirnerei Mühlau Bazenheid, Vernissage 17. September, ab 16.30 Uhr. Laudatio Linus Calzaferri. Öffnungszeiten: 18./24./25. September: 14–17 Uhr; 1./2. Oktober: 14–17 Uhr

Goar Baumberger stellt Blumenaquarelle in leuchtend-intensiven Farben aus.

Goar Baumberger stellt Blumenaquarelle in leuchtend-intensiven Farben aus.