Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

BILANZ: Eine Medaille gab es nur für den Trainer

Simon Amman, Joel Gisler und Jan Scherrer werden die Olympischen Spiele in Pyeongchang aus unterschiedlichen Gründen in Erinnerung behalten. Die Podestplätze lagen ausser Reichweite. Erfolgreicher war Snowboard-Trainer Christian Rufer.
Urs Huwyler
Eindrücklich sah es aus, ganz nach vorne gereicht hat es nicht. Jan Scherrer verpasst ein Olympisches Diplom. (Bild: Gregory Bull/Keystone)

Eindrücklich sah es aus, ganz nach vorne gereicht hat es nicht. Jan Scherrer verpasst ein Olympisches Diplom. (Bild: Gregory Bull/Keystone)

Urs Huwyler

redaktion@toggenburgmedien.ch

Snowboarder Jan Scherrer (Ebnat-Kappel) jumpt seit Tagen wieder in Laax durch die Halfpipe. Spass-Trainings sind im Hinblick auf das US-Open angesagt. Der Blick zurück stresst den Freestyler dabei nicht. Nach einer starken Qualifikation (6.) und dem zweiten Final-Run (9.) auf Weltklasse-Niveau darf der zweitbeste Schweizer von einem geglückten Olympia-Auftritt in Südkorea sprechen.

Obwohl er bei seinem besten Run offensichtlich zu tief bewertet wurde. «Schwierig zu sagen. Wichtig war, dass ich mit der Leistung zufrieden sein durfte. Schade einzig, dass ich im dritten Run einen Trick nicht stehen konnte. Aber ob Rang acht oder neun spielt im Endeffekt keine Rolle», sagt Jan Scherrer. Das olympische Diplom (Platz acht) besitzt sowieso vorwiegend statistischen Wert für Swiss Olympic, um die Bilanz noch besser aussehen zu lassen.

Pyeongchang eindrücklicher als Sotschi

Seine ersten Olympia-Erfahrungen sammelte Jan Scherrer in Sotschi 2014. Ein Quer-Vergleich fällt zu Gunsten der Südkoreaner aus. «Die Atmosphäre war gelöster, alles irgendwie offener. Und die Pipe befand sich in einem Topzustand. Für mich war Pyeongchang eindrücklicher als Sotschi.» Dass mit Titelverteidiger Iouri Podladtchikov und David Hablützel zwei Teamkollegen verletzungsbedingt ausfielen, wirkte sich nicht negativ aus. «Im Gegenteil», so Jan Scherrer, «vieles verlief entspannter. Nicht, weil sie fehlten, sondern wir hatten beispielsweise mehr freie Termine für die Physiotherapie.»

Die zuletzt kaum wahrgenommenen Freestyler, ob mit dem Board oder Ski, gehörten zu den Gewinnern der Spiele. Ihre Events verliefen spektakulär, Leader wie Shaun White wussten sich in Szene zu setzen. Auch die einst kritische Haltung den FIS-Bewerben gegenüber scheint verflogen. «Es ist so», bestätigt Jan Scherrer, «und Olympische Spiele haben einen besonderen Stellenwert.»

Medienpräsenz dank fürchterlichem Sturz

Ebenfalls eine überdurchschnittliche Medienpräsenz erhielt Joel Gisler (Libingen). «Gute Resultate werden kaum wahrgenommen, ein Sturz hingegen schon», stellte der Freeskier (18.) mit einem leicht bitteren Beigeschmack fest. Im zweiten Quali-Rang war der Weltcup-Zweite von China brutal auf die Halfpipe-Kante geknallt und musste minutenlang behandelt werden, konnte jedoch selbst aufstehen.

Eine Gehirnerschütterung, Prellungen am ganzen Körper, Rippen-Quetschung – trotzdem durfte der Schweizermeister von Glück im Unglück sprechen, dass er sich kopfüber stürzend keine schwereren Verletzungen zugezogen hatte. War es ein Sturz mit Ansage? «Ich wollte starten, obwohl ich am Norovirus erkrankt war, in der Nacht nicht schlafen konnte, wegen Durchfalls mehrmals aufs WC musste. Aber die Trainings verliefen gut und so entschied ich mich für die Teilnahme.» Ein kleiner Fehler im ersten Run stellte die Weichen falsch. Sonst hätte die Punktzahl für die Top 12 (Final) gereicht, der Sturz-Durchgang wäre zu einem wettkampfmässigen Trainingsrun geworden.

Ohne Medaillenchance blieb der doppelte Doppel-Olympiasieger Simon Ammann (11./13.). Das Bild der letzten Monate bestätigte sich bei seinen Olympia-Flügen: Der Churfirsten-Adler zeigt gute Sprünge mit einer verbesserten Landung, doch nach vorne reichte es weder mit den Weiten noch den Noten. Missen wollte der Jung-Hotelier aus Unterwasser die Erfahrungen von Pyeongchang nicht. Auch wenn die Resultate nicht wie erhofft ausfielen, er sich mehr erhofft hatte.

Abschied von der internationalen Bühne

Simon Ammann wird bis Saisonende weiter springen und sich dann wohl von der internationalen Bühne verabschieden. «Wenn ich nicht mehr um die vordersten Plätze mitspringen kann, werde ich zurücktreten», sagte er einst. «Mit Mittelfeld-Platzierungen möchte ich mich nicht zufriedengeben.» Nun scheint der Zeitpunkt für den einstigen «Harry Potter im Silbermantel» nach sechs Olympischen Spielen gekommen. Seine Frau und die beiden Kinder wird’s freuen.

Doch noch Edelmetall fürs Toggenburg

Die grösste Toggenburger Hoffnung war in Südkorea kein Athlet, sondern ein Trainer. Alpin-Snowboard-Trainer Christian Rufer aus Ebnat-Kappel konnte sich schon 2006 und 2014 über Edelmetall seines Teams freuen. Auch in Pyeongchang war das der Fall. Nevin Galmarini sicherte sich Gold.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.