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BILANZ: «Die Zweitwohnung ist ein Refugium»

Seit rund einem Jahr will Berg & Bett aus kalten Betten warme machen. Das Projekt von Toggenburg Tourismus übernimmt die Vermietung von Ferienwohnungen. Bisher gehören acht Objekte zum aktiven Portfolio, zwei weitere folgen demnächst.
Ruben Schönenberger
Raphael Eugster zieht ein positives Fazit nach dem ersten Jahr Berg & Bett. (Bild: Ruben Schönenberger)

Raphael Eugster zieht ein positives Fazit nach dem ersten Jahr Berg & Bett. (Bild: Ruben Schönenberger)

Mit Berg & Bett stieg Toggenburg Tourismus im Sommer des letzten Jahres in ein völlig neues Feld ein. Geschäftsführer Raphael Eugster gibt im Interview Auskunft zu den Erfahrungen des ersten Jahres.

Raphael Eugster, was ist seit dem Start passiert?

Gestartet sind wir mit vier Objekten, diese Zahl konnten wir mehr als verdoppeln. Acht Objekte sind buchbar, zwei weitere folgen in Kürze. Im ersten Jahr durften wir rund 250 Leute beherbergen, die 950 Logiernächte generiert haben. Ein positives Ergebnis.

Sind acht aktiv vermietete ­Objekte denn schon eine ausreichende Grösse?

Natürlich dürften und müssen es mehr werden. In ersten Berechnungen gingen wir von 50 Objekten nach vier Jahren aus, um selbsttragend zu sein. Nun sind wir aber dabei, nach dem ersten Jahr Bilanz zu ziehen. Es dürfte sich zeigen, dass wir weniger Objekte brauchen. Der Vorteil des langsamen Wachstums ist, dass wir die Organisation kontinuierlich aufbauen können. Wir würden die Herausforderung zusätzlicher Wohnungen aber natürlich gerne annehmen.

Wie versuchen Sie, an weitere Objekte zu kommen?

Es gibt in der Gemeinde Wildhaus-Alt St. Johann 1200 Zweitwohnungen. Wir haben uns zum Ziel gesetzt, mit allen Zweitwohnungsbesitzern in Kontakt zu treten. Wir nutzen dazu verschiedene Plattformen. Wir sind zum einen im Kontakt mit dem Verein Pro Toggenburg, einem Zusammenschluss von Zweitwohnungsbesitzern. Zum anderen nehmen wir auch an Treffen der Zweitwohnungsbesitzer teil oder organisieren solche gleich selber. Im direkten Kontakt haben wir die Erfahrung gemacht, dass unser Angebot sehr geschätzt wird. Auch bei jenen, die es dann nicht in Anspruch nehmen, kommt das Projekt an sich gut an.

Was sind in solchen Fällen die Gründe für eine Absage?

Für viele ist die Zweitwohnung eine Art Refugium, das sie bewahren wollen. Sie benützen es vielleicht selber oft oder aber sie wollen sich die Möglichkeit spontaner Ausflüge offenhalten.

Sie finanzieren sich über eine Beteiligung von 30 Prozent am Mietpreis. Finden die Kunden das gerechtfertigt?

Die 30 Prozent sind etwa der Branchenschnitt. Zu unserem Angebot gehört auch, dass wir uns um Kleinigkeiten kümmern, die nicht direkt mit einer Vermietung zusammenhängen. Zum Beispiel öffnen wir auch mal einem Handwerker die Türe, sodass der Besitzer nicht extra anreisen muss. Abschreckend scheinen die 30 Prozent nicht zu sein.

Gäbe es denn andere Möglichkeiten? Airbnb vielleicht?

Airbnb hat vor allem eine Berechtigung, wenn jemand vermietet, der vor Ort ist und so auch ein lokaler Auskunftgeber sein kann. Das ist ein anderes Segment.

Und warum soll ein Wohnungsbesitzer die Vermietung nicht selber erledigen?

Wenn man den Aufwand in Eigenregie stemmen kann, ist das natürlich eine Möglichkeit. Berg & Bett hat zwar den Anspruch, so viele Objekte wie möglich aufzunehmen, aber schlussendlich gehören wir zu Toggenburg Tourismus. Deshalb ist es uns einfach wichtig, so viele warme Betten wie möglich zu generieren. Wenn man seinen eigenen Aufwand nicht in Stunden abrechnen muss, rentiert die selbstständige Vermietung. Wenn man aber nur schon die Anfahrt verrechnen müsste, kommt schnell ein hoher Aufwand zusammen, der auch die 30-prozentige Beteiligung rechtfertigt.

Es ist also auch eine Frage der Lebenssituation?

Genau. Der Aufwand einer Vermietung ist nicht zu unterschätzen. Es kommt viel mehr dazu, als man auf den ersten Blick sieht. Man muss auch immer wieder auf die Schnelle improvisieren.

Um zur Bilanz des ersten Jahres zurückzukehren: Wie lange bleiben die Gäste in der Regel?

Aktuell haben wir einen Schnitt von rund vier Logiernächten pro Person. Das zeigt, dass ein Ferienwohnungsgast zu einem längeren Aufenthalt tendiert als ein klas­sischer Hotelgast. Das macht auch Sinn. Bei einer Wohnung sind die Nebenkosten relativ fix, daher fallen sie bei einem kür­zeren Aufenthalt stärker ins Gewicht.

Bei den Toggenburger Hotels kommen etwa vier von fünf Gästen aus der Schweiz. Ist das bei Ihnen ähnlich?

Auch wir haben hauptsächlich Schweizer Gäste. Aber wir heissen natürlich gerne alle Gäste willkommen. Wir hatten schon ein saudi-arabisches Paar bei uns. Ihnen hat vor allem die Aussicht auf die Berge gefallen.

Wie sieht die Zukunft aus?

Wir arbeiten an einem Projekt, das sehr spannend sein könnte. Wir können dazu aber derzeit noch nichts sagen. Ausser, dass es sich positiv auf unser Objektportfolio auswirken würde.

Berg & Bett

Für viele Zweitwohnungsbesitzer ist der Aufwand ein Grund, auf die Vermietung zu verzichten. Mit einem Servicepaket will Berg & Bett Abhilfe schaffen. So wird die Schlüsselübergabe geregelt, die Reinigung der Wohnung und der Wäsche organisiert und das Inkasso abgewickelt. Ebenso werden die Objekte als auch die Gäste betreut und die Vermarktung übernommen. Für das gesamte Servicepaket verlangt Berg & Bett 30 Prozent des Mietpreises. (rus)

www.bergundbett.ch

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