Bier trinken – die Bienen werden es danken

Der neuste Streich der Appenzeller Brauerei Locher ist ein Honigbier. Auf den Etiketten wird viel Wissenswertes über die Bienen vermittelt, zudem gehen von jeder verkauften Flasche fünf Rappen in einen Fonds des schweizerischen Imkerverbandes, um ein Projekt zum Nutzen der Bienen zu unterstützen.

Monika Egli
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Karl Locher (links) und Richard Wyss freuen sich über das Honigbier, das mithelfen soll, die Probleme der Immen im Bewusstsein der Bevölkerung wachzuhalten. (Bild: eg)

Karl Locher (links) und Richard Wyss freuen sich über das Honigbier, das mithelfen soll, die Probleme der Immen im Bewusstsein der Bevölkerung wachzuhalten. (Bild: eg)

APPENZELL. Man riecht den Honig, und man schmeckt ihn auch. Das Honigbier «Mielfiore» mit seiner leicht trüben Farbe ist süsslich und würzig: ein ideales Apéro-Getränk. Es eigne sich aber auch als «Bettmümpfeli», man trinke als Einschlafhilfe ja auch Honigmilch, sagte Karl Locher, Geschäftsführer der Brauerei Locher, gestern bei der Präsentation.

Bienenprobleme

Auf die Biene respektive den Honig gekommen ist man in Appenzell, um den unter Druck geratenen Bienen zu helfen. «Eine neue Idee ist Honigbier nicht», wie Karl Locher klarstellte. Schon die Germanen mischten in Anlehnung an den noch viel älteren Met (Honigwein) Honig in ihr Bier. Neu ist aber, dass man beim Biertrinken vieles über Bienen lernen kann: Die Etiketten lassen sich abziehen, und auf deren Rückseite stehen kleine Lesehäppchen. Mit jeder Neuauflage von Etiketten werden auch diese Beiträge ausgewechselt. Auf jeder Etikette gibt es zudem einen QR-Code, mit dem man sich in die entsprechende Internetseite einloggen kann, wenn man mehr über Bienen erfahren möchte. Mit dieser steten Weitergabe von Informationen hofft man bei der Brauerei Locher, nachhaltig auf die Probleme rund um die Honigbienen aufmerksam machen zu können.

Honig aus der ganzen Schweiz

Vorerst wurde nun eine Tonne Honig eingekauft, und zwar in der ganzen Schweiz: Je ein ausgesuchter Imker aus jedem Kanton hat 20 bis 40 kg geliefert. Aus Appenzell Innerrhoden ist es Emil Breitenmoser, aus Appenzell Ausserrhoden der Augenarzt Florian Sutter. Sie haben mit den übrigen 24 Lieferanten gemeinsam, dass sie nur Honig mit dem Goldenen Qualitätssiegel von Apisuisse auf den Markt bringen. Um dieses Qualitätssiegel zu erhalten, müssen zahlreiche Vorgaben und Regeln eingehalten werden. Richard Wyss, Appenzell, Zentralpräsident des VDRB (Verein deutschschweizerischer und rätoromanischer Bienenfreunde), zu dem 13 500 Imker als Mitglieder zählen, hat die Brauerei Locher beim Projekt «Honigbier» eng begleitet. Er sagte gestern während der Präsentation, dass er sich sehr über dieses neue Getränk freue, und wies darauf hin, dass jeder Sud ein Unikat sei. Denn jeder Honig habe einen eigenen Geschmack, je nach Blüten, aus denen er gesammelt worden sei. Dass nun eine Tonne Honig weniger auf dem bereits reduzierten Honigmarkt ist, sei «eine zu vernachlässigende Menge», wie er beruhigte.

Kühl trinken

Das Honigbier kann ab sofort gekauft werden. Es enthält pro Liter 30 g Honig, 4,6 Volumenprozent Alkohol und sollte bei einer Temperatur von 8 bis 12° getrunken werden.