Biber? Bieber!

Brosmete

Christine König
Drucken
Teilen

Er könnte mein Sohn sein (ganz knapp zwar nur, aber es ginge auf). Auf der Strasse würde ich ihn nicht erkennen, er sieht für mich aus wie so viele in seinem Alter. Seine Stimme berührt mich nicht, seine Musik prägt sich mir nicht ein. Und doch hat er es geschafft, sich in meine Träume einzuschleichen. Justin Bieber. Oder Biber? Ich weiss nicht einmal, wie man seinen Nachnamen schreibt. Wie das Tier?

Ich google. Also: Bieber. Justin Drew Bieber, geboren 1994, Kanadier (ich hätte geschworen, er ist Amerikaner). Neulich nachts träumte ich von Justin Bieber. Ich traf ihn auf der Strasse. Er wollte einen Comic zeichnen und sprach mich an. Er brauche meinen Rat. Ich musste etwas lachen. Man muss wissen, dass ich zeichnerisch absolut untalentiert bin. Es machte überhaupt keinen Sinn, dass er ausgerechnet meine Hilfe verlangte. Und doch schlug ich ihm vor, er solle auf seinem Zeichnungsbogen oben zwei Zentimeter Rand und unten fünf Zentimeter lassen. Er setzte die – wirklich sehr professionelle – Anregung sofort um, setzte sich mitten auf dem Trottoir auf seinen Klappstuhl und zeichnete seinen Comic. Mit Tusche. Sein Stil ähnelte jenem des bekannten amerikanischen Comicautors Frank Miller. Es sah gut aus, ich war tatsächlich beeindruckt.

Dann erinnere ich mich an nichts mehr. Ich wachte auf mit dem eigenartigen Gefühl, beeindruckt von Justin Bieber zu sein.

Oder Biber? Wie schreibt man das schon wieder?

Christine König