Bis 2035 sollen mindestens 40 Prozent des Ausserrhoder Stromverbrauchs aus erneuerbaren Energien im Kanton erzeugt werden.

Bis 2035 sollen mindestens 40 Prozent des Ausserrhoder Stromverbrauchs aus erneuerbaren Energien im Kanton erzeugt werden.

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Das Kantonsparlament sprach sich an seiner Sitzung in Waldstatt deutlich für die Teilrevision des Energiegesetzes aus. Nach einer mehrstündigen Debatte votierten 52 Kantonsratsmitglieder für die Vorlage, eine Kantonsrat stimmte mit Nein. Enthaltungen gab es zwei.

Regierungsrat Dölf Biasotto.

Regierungsrat Dölf Biasotto.

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Die Regierung scheiterte mit einem Antrag auf Rückweisung des Geschäfts. Regierungsrat Dölf Biasotto begründete den Vorstoss mit den unklaren finanziellen Auswirkungen der Vorschläge der vorbereitenden Kommission Bau und Volkswirtschaft (KBV). Diese meldete sich bereits vor der Kantonsratssitzung öffentlich zu Wort und verlangte eine Verschärfung des Gesetzesentwurfs. Der Rat lehnte den Rückweisungsantrag letztlich deutlich ab. In der Detailberatung setzte sich die KBV grösstenteils durch.

Paradigmawechsel beim Thema Heizungen

Das verabschiedete Energiegesetz sieht einige Neuerungen vor. So sollen beispielsweise bis 2035 rund 40 Prozent des in Ausserrhoden verbrauchten Stroms aus erneuerbaren Energien im Kanton erzeugt werden. Zudem wird das sogenannte Basler Modell eingeführt. Demnach muss bei einem Heizungswechsel grundsätzlich auf ein erneuerbares System umgestellt werden, sofern dies technisch möglich und wirtschaftlich vertretbar ist. Einzig beim Thema Elektroheizungen konnte Regierungsrat Dölf Biasotto einen Erfolg verbuchen. Eine Mehrheit des Kantonsrats folgte dem Antrag der Regierung. Dies bedeutet, dass Elektroheizungen innerhalb von 15 Jahren durch erneuerbare Systeme ersetzt werden müssen. Die KBV wollte aus Rücksicht auf ältere Hausbesitzer auf eine solche Frist verzichten. Die ausführliche Berichterstattung über das Energiegesetz folgt in der Ausgabe vom Mittwoch.