Bhüet's Gott und erhalt's Gott

Die Berge sind ein ganz besonderer Ort. Zum einen sind sie sehr sanft und lieblich. Wir entfliehen dort dem Alltag und suchen Erholung. Wir schärfen unseren Blick für die Vielfalt und Zartheit der Schöpfung. Für die schönen Blumen, für die Tiere, denen wir begegnen.

Philippe Müller
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Philippe Müller Evangelisch-reformierter Pfarrer Ebnat-Kappel (Bild: pd)

Philippe Müller Evangelisch-reformierter Pfarrer Ebnat-Kappel (Bild: pd)

Die Berge sind ein ganz besonderer Ort. Zum einen sind sie sehr sanft und lieblich. Wir entfliehen dort dem Alltag und suchen Erholung. Wir schärfen unseren Blick für die Vielfalt und Zartheit der Schöpfung. Für die schönen Blumen, für die Tiere, denen wir begegnen. Und wir erahnen: Bei so etwas Prächtigem muss ein Schöpfer dahinterstehen.

Zum anderen sind die Berge auch rauh und unerbittlich. Gerade am vergangenen Wochenende sind mehrere Berggänger tödlich verunglückt. Bei schönstem Wetter und besten Verhältnissen. Die Berge verzeihen keinen Fehler. Stark und mächtig erheben sie sich, klein und hilflos sind wir Menschen dabei.

Auch hier erahnen wir: Bei einer so mächtigen Grösse muss ein Gott dahinterstehen. Beides erfahren wir in den Bergen. Die Sanftheit und Zartheit der Schöpfung – sie gilt es zu achten. Und die Macht und Kraft der Natur – sie gilt es zu respektieren. Und darüber steht Gott.

Am abgebildeten Kreuz wird das ausgedrückt. «Bhüet's Gott und erhalt's Gott» heisst es da. Gott möge seine zarte Schöpfung und uns behüten und schützen. Und Gott möge uns in aller Gewalt der Natur schützen und erhalten.

Wenn wir hinaufgehen in die Berge, kommen wir Gott näher. So erleben es viele. Das Kreuz weist uns auch auf die entgegengesetzte Richtung hin. Gott schickt uns seinen Sohn. Im Hinunterkommen in unser Leben, in unser Tal, kommt Gott uns näher. Auch das ist mir wichtig geworden: Gott kommt ganz hinunter in unser Leben.

Für mich gilt beides. Ich möchte Gott suchen, auch wenn es manchmal etwas Anstrengung braucht, so wie bei einer Bergwanderung.

Und ich möchte Gott auch in meinem Alltag mittragen, wie wenn ich von einer Bergwanderung beschenkt wieder ins Tal zurückkehre.

Bhüet's Gott und erhalt's Gott – mit Deiner Zartheit und mit Deiner Macht.

Gott möge die Menschen vor den Gewalten der Natur schützen. (Bild: pd)

Gott möge die Menschen vor den Gewalten der Natur schützen. (Bild: pd)