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Bewohner der Stiftung Waldheim dürfen sich den Traum vom Fliegen erfüllen

Bewohner der Stiftung Waldheim durften mit den Piloten des Projekts «Lufttraum» einen Rundflug machen. Das Erlebnis löste grosse Emotionen aus.
Valentina Thurnherr
Nicht nur die Bewohner zeigten sich begeistert, auch für die Betreuer und Piloten war der Flugtag ein unvergessliches Ereignis. (Bild: PD)

Nicht nur die Bewohner zeigten sich begeistert, auch für die Betreuer und Piloten war der Flugtag ein unvergessliches Ereignis. (Bild: PD)

Aufregung liegt in der Luft. Die Bewohner der Stiftung Waldheim haben sich am Montagmorgen auf dem Flugplatz Hohenems versammelt und warten darauf, dass sie sich endlich in die Lüfte erheben können.

«Heute machen wir zum ersten Mal solche Einzelflüge mit einer grösseren Gruppe», sagt Fabio Zgraggen, Pilot und Gründer der Organisation HPI (Humanitäre Piloten Initiative). Der Verein bietet die Flüge im Rahmen ihres Projektes «Lufttraum» an. «Einerseits können wir so Flugstunden sammeln, andererseits ist es für uns einfach ein unglaublich schönes Erlebnis.» Zu sehen wie die Bewohner auf die Flüge reagieren, sei grossartig.

«Wir hatten Personen, die im Alltag nicht wirklich in der Lage waren, Emotionen zu zeigen. Während des Fluges fingen sie an, über das ganze Gesicht zu strahlen», sagt Zgraggen mit einem Lächeln.

Diese Erlebnisse seien auch für sie ein Geschenk, jeder Pilot geniesse das. Die Flugstunden würden dabei zur Nebensache.

«Das Fliegen zeigt eine ganz besondere Wirkung bei vielen», sagt Bettina Schlierenzauer, Fachfrau Betreuung in der Stiftung Waldheim. «Eine unserer Bewohnerinnen, die sonst sehr stark mit Lauten kommuniziert, war nach dem Flug ganz ruhig und entspannt.» Ein anderer meinte nach dem Aussteigen gar, dass er gleich noch mal fliegen möchte. «Das ist ungewöhnlich und für uns Betreuer sehr schön zu beobachten», sagt Schlierenzauer. Die Fotos, die während der Ausflüge gemacht werden, hängen die Betreuer jeweils in den Wohnheimen auf. So bietet das besondere Erlebnis noch lange Gesprächsstoff unter den begeisterten Bewohnern.

Ein Recht auf Normalität

«Die Initiative für dieses Projekt haben einige Angehörige unserer Bewohner ergriffen», sagt Werner Brunner, Geschäftsleiter der Stiftung Waldheim. «Einige sind schon einmal bei ‹Lufttraum› mitgeflogen und wir wollten diese Möglichkeit auch den anderen Bewohnern eröffnen.» Sie hätten schliesslich Kontakt zu den Piloten der HPI aufgenommen, um ein Treffen zu organisieren. «Die Finanzierung stand als wichtiger Punkt im Raum. Aber das Projekt ist nicht auf Gewinn ausgelegt. Die Piloten decken mit den Preisen nur ihre Selbstkosten ab, den Rest bieten sie gratis an.» Die Teilnehmer hätten die Finanzierung alle selbst getragen respektive deren Angehörige. «Hätte sich jemand den Flug nicht leisten können, hätten wir natürlich die Kosten übernommen», sagt Brunner. Denn für ihn sei es wichtig, dass Menschen mit Behinderung die gleichen Möglichkeiten erhielten wie nicht behinderte Personen.

«Heutzutage gehört es für uns zur Normalität, mit dem Flugzeug in den Urlaub zu fliegen.»

Im Sinne der Behindertenrechtskonvention, die 2014 in der Schweiz in Kraft trat, setzt sich die Stiftung Waldheim für die Grundrechte ihrer Bewohner ein.

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