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BEWILLIGT: Wieder Strom von der Talmühle

Das Kleinwasserkraftwerk in der Talmühle, Degersheim, kann gebaut werden. Kürzlich erteilten die Verantwortlichen die Bewilligung. Gleichwohl wird mit dem Bau noch nicht sofort begonnen.
Zita Meienhofer
Die Talmühle wurde im Jahr 1710 erstmals erwähnt und war bis Ende des 19. Jahrhunderts eine Kundenmühle.

Die Talmühle wurde im Jahr 1710 erstmals erwähnt und war bis Ende des 19. Jahrhunderts eine Kundenmühle.

Zita Meienhofer

redaktion@appenzellerzeitung.ch

Die Bewilligung für die Reaktivierung und die Erweiterung des Kleinwasserkraftwerkes Talmühle im Grenzgebiet der Gemeinden Degersheim und Herisau, nahe dem Restaurant Kantonsgrenze, liegt vor. Baubeginn ist jedoch nicht sofort. «Es müssen noch einige Abklärungen gemacht werden», erklärt Fernando M. Binder. Welcher Art diese sind, will er nicht sagen. Binder ist Geschäftsleiter der Idrel SA in Baar, der die Talmühle gehört. Er ist auch Geschäftsleiter der fmb-Ingenieure, die das Projekt für das Kleinwasserkraftwerk geplant hat. Binder hofft allerdings: «Wir wollen noch dieses Jahr mit dem Bau beginnen.»

2010 erwarb Idrel SA aus dem zugerischen Baar das Degersheimer Wasserkraftwerk aus einer Konkursmasse. Der Betrieb dieses Werks in der Talmühle hätte eigentlich schon seit längerer Zeit aufgenommen werden müssen. Doch die langwierigen Landverhandlungen führten zu Verzögerungen. Es brauche eben Zeit, hatte Fernando M. Binder einstmals den Zeitaufschub begründet. Im August lag dann das Gesuch um die Wasserrechts–konzession auf. Voraussetzung dafür, dass die Anlage neu erstellt und wieder betrieben werden kann. Einsprachen gingen keine ein. Nun steht dem Vorhaben nichts mehr im Wege.

Die ersten Aufzeichnungen von der Talmühle stammen von 1710. Bis Ende des 19. Jahrhunderts diente sie dem Zweck einer Kundenmühle, dann wurde sie zur Handelsmühle, in der Brotgetreide und Futtermittel produziert wurden. Das Wasserrad trieb zudem eine Sägerei und eine Obstpresse an. 2006 kam das Ende für die Firma Jakob Frischknecht AG, das Haus wurde an Private verkauft. Diese wollten das Kleinwasserkraftwerk nicht weiterhin betreiben.

Der Idrel SA gehört nicht nur die Talmühle, sie betreibt zwei weitere Kleinwasserkraftwerke in der Schweiz – eines im Kanton Bern, das andere steht unweit der Talmühle, im Schwänberg (Gemeinde Herisau). Es ist kein Zufall, dass Binder an die Talmühle gelangte, denn er sucht schweizweit nach Kleinwasserkraftwerken, die er betreiben oder wieder in Betreib nehmen kann. Im Werk in der Talmühle zwischen Herisau und Degersheim soll künftig Strom für 60 Haushaltungen erzeugt werden, Strom, der in das Netz der SAK gespiesen wird. In dieses Vorhaben investiert der Zuger rund 800 000 Franken.

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