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Bewerbungsgespräch mit Hindernissen

Kantonales Integrationsprogramm
Heinrich van der Wingen (hinten rechts) beobachtet Tenzin Namgyal Tsering Khang bei einem Bewerbungsgespräch. (Bild: Simon Roth)

Heinrich van der Wingen (hinten rechts) beobachtet Tenzin Namgyal Tsering Khang bei einem Bewerbungsgespräch. (Bild: Simon Roth)

Die Situation kennt jeder: Man ist auf Stellensuche und ruft beim potenziellen Arbeitgeber an. Die Nervosität ist hoch. Schliesslich will man sich von seiner besten Seite zeigen und einen Fauxpas tunlichst vermeiden. Bei Personen, die Deutsch als Zweitsprache sprechen, dürfte die Unsicherheit beim Eintippen der Telefonnummer umso grösser sein. Für diese und weitere Situationen führt die Beratungsstelle für Flüchtlinge Bewerbungstrainings durch. In diesen zeigt sie Flüchtlingen auf, wie in der Schweiz die Arbeitssuche funktioniert. Im Kurs erhalten die Teilnehmenden ausserdem Tipps, um eine geeignete Stelle zu finden.

Während dreier Tage lernen Flüchtlinge, wo offene Stellen zu finden sind, wie man einen Lebenslauf sowie ein Bewerbungsschreiben verfasst, und bereiten sich auf das Bewerbungsgespräch vor. Neben einem Theorieteil steht die Praxis im Vordergrund.

Tenzin Namgyal Tsering Khang klopft an die Tür des Kursraumes. Der Personaler öffnet und bittet ihn hinein. Der 42-jährige Tibeter will in der Pflege arbeiten, so wie er es schon in seinem Heimatland getan hat. Obwohl es sich nur um eine Übung handelt, ist der vorläufig aufgenommene Flüchtling sichtlich nervös. «Es war ein gutes Gespräch», wird Jobcoach Heinrich van der Wingen ihm nach dem Gespräch als Rückmeldung geben.

Tsering Khang hat sich vorgängig eine echte Stellenausschreibung – ein Pflegepraktikum in einem Spital – ausgewählt. Während des Gesprächs wird der Bewerber nicht nur nach seiner Erfahrung gefragt, auch nach Stärken und Schwächen erkundigt sich der Personaler.

Das Training wird in unregelmässigen Abständen durchgeführt. Die Teilnehmer müssen die deutsche Sprache mindestens auf A2-Niveau beherrschen. Tsering Khang hat vor Kurzem die B1-Prüfung absolviert und wartet noch auf das Resultat. Er sieht den Pflegeberuf als wichtige Aufgabe der Gesellschaft. «Ich will betagten Menschen in ihrem Alltag helfen.» Während eines Mentoringprogramms hatte er bereits in einem Altersheim auf der Pflege geschnuppert. Bald beginnt er die Ausbildung zum Pflegehelfer beim Schweizerischen Roten Kreuz.

Oberste Priorität des Bewerbungstrainings sieht Heinrich van der Wingen in der Befähigung der Teilnehmer, die Jobsuche selbst in die Hand zu nehmen. «Oft ist es aber auch so, dass wir den Erstkontakt mit den Arbeitgebern herstellen», sagt er. Wenige Flüchtlinge brächten eine Ausbildung im europäischen Sinne mit, hätten aber oft auf dem Beruf gearbeitet. So müssten sie ihre Fähigkeiten beim Probearbeiten zeigen. Dann sind sie ganz auf sich gestellt.

Simon Roth

simon.roth@appenzellerzeitung.ch

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