Beweglichkeit auch im Alter erhalten

ST.PETERZELL. Die St.Peterzeller Senioren feierten den 40. Seniorenturner-Geburtstag mit offenen Turnhallentüren an den letzten beiden Mittwochnachmittagen. Als Guggenmusik verkleidet hat die Gruppe munterer Seniorinnen und Senioren gar schon einmal an der Fasnacht in Waldstatt mitgemacht.

Cornelia Forrer
Drucken
Teilen
Otto Wüest und Sophie Schöni (im Vordergrund) sind die Ältesten in der Gruppe und haben das Seniorenturnen vor 40 Jahren ins Leben gerufen. (Bild: Cornelia Forrer)

Otto Wüest und Sophie Schöni (im Vordergrund) sind die Ältesten in der Gruppe und haben das Seniorenturnen vor 40 Jahren ins Leben gerufen. (Bild: Cornelia Forrer)

St. Peterzell. Wer auch im Alter etwas für die Gesundheit und Beweglichkeit tun und Kontakte mit anderen Senioren pflegen will, ist beim Seniorenturnern in St. Peterzell in guter Gesellschaft. Dieses Jahr feiert die Gruppe den 40. Geburtstag. Die Turnstunde von diesem Mittwochnachmittag dreht sich um den Ball. Ob dieser aus Leder, Gummi oder Kunststoff geschaffen ist, es gibt kaum einen Gegenstand, der beim Turnen ebenso vielfältig eingesetzt werden kann. Annemarie Sutter, die sich die Leitung mit Ursi Frischknecht seit einem Jahr teilt, hat eine Stunde vorbereitet, die von den Senioren einiges an Ballgefühl und Geschicklichkeit abverlangt. Beweisen muss aber keiner was. Darum bleibt auch viel Platz für Spiel und Spass. «Wir haben es immer gut miteinander», ist der einstimmige Tenor. Und weil nicht nur die Bewegung im Zentrum steht, beginnt die Turnstunde mit einem frohen Lied. Erika und Hans Brassel sind die Jüngsten im Zehnergrüppchen. Noch gar nicht lange pensioniert, bewegen sie sich gern auch beim Gassi-Gehen mit dem Hund.

Lebensfreude mit neunzig

Auch Sophie und Otto Wüest, die Ältesten in der Gruppe, die schon dem Neunzigsten entgegengehen, strotzen vor Lebensfreude und erzählen, wie sie das Seniorenturnen damals vor 40 Jahren initiiert haben. «Da waren auch wir noch junge Häschen», lacht Otto Wüest. Der ehemalige Sekundarlehrer kann noch heute nicht verstehen, dass 1964, als das Schulhaus gebaut wurde, keine Turnhalle geplant war. «Bewegung ist doch wichtig für den Menschen», sagt er. Weil man sich der Bedeutung des Turnens bewusst ist, bezahlt man pro Kopf auch vier Franken die Stunde, denn man ist zwar dem Turnverein angegliedert, doch trotzdem selbständig. «Die Pro Senectute gibt gar nichts an die Kosten», wird am Stammtisch nach der Stunde erzählt.

Zustupf wäre willkommen

In der modernen Zeit, in der sich jeder bewusst sei, wie notwendig es ist, dass auch Senioren ihre Beweglichkeit erhalten, sei dies eigentlich kaum zu glauben. Man bezahle ja gern fürs Turnen, doch wäre es schön, wenn zumindest ein Zustupf von anderer Seite käme. Der würde letztlich den beiden Turnstunden-Leiterinnen zugut kommen, die ehrenamtlich tätig sind und für das Wohl der Senioren im Neckertal enorm viel Zeit aufwenden, heisst es von den Turnern. «Wir machen auch Ausflüge, machten schon an Turnverein-Unterhaltungen mit oder marschierten an der Waldstättliger Fasnacht als Guggenmusik verkleidet auf die Bühne», wird gescherzt.

Aktuelle Nachrichten