Bevölkerungsschutz wählt Chef

Die Bevölkerungsschutzkommission Unteres Toggenburg wählte an ihrer Sitzung vom vergangenen Montag Patrik Mössner zum neuen Chef des regionalen Führungsstabes Unteres Toggenburg. Er tritt auf den 1. Januar 2015 die Nachfolge von Lukas Fust an.

Beat Lanzendorfer
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Lukas Fust (rechts), Kirchberg, Chef des regionalen Führungsstabes Unteres Toggenburg bis 31. Dezember 2014, gratuliert seinem Nachfolger Patrik Mössner, Niederteufen, zur Wahl. (Bild: Beat Lanzendorfer)

Lukas Fust (rechts), Kirchberg, Chef des regionalen Führungsstabes Unteres Toggenburg bis 31. Dezember 2014, gratuliert seinem Nachfolger Patrik Mössner, Niederteufen, zur Wahl. (Bild: Beat Lanzendorfer)

REGION. Die Wahl wurde nötig, weil es der Kanton St. Gallen als wenig sinnvoll erachtet, wenn die Stabszusammensetzung im regionalen Führungsstab mit politischen Amtsträgern besetzt ist. Die nicht optimale Grundlage wurde bei einer Übung augenscheinlich. Politiker werden in dieser Zeit (oder bei einem Notfall) für den Kontakt mit der Bevölkerung gebraucht. Im Weiteren müssen sie über Anträge des regionalen Führungsstabes befinden. Über diese sollte der Gemeinderat unabhängig entscheiden können. Dies ist aber nur möglich, wenn keine Doppelmandate Gemeinderat/Regionaler Führungsstab entstehen. Darüber hinaus wurde entschieden, den Stab zu verkleinern und nur im Bedarfsfall ereignisbezogene Fachspezialisten, sogenannte Fachmodule, hinzuzuziehen.

Definitive Lösung

Die Problematik des Doppelmandates war bereits bei der Wahl des Kirchberger Gemeinderates Lukas Fust bekannt. Sie sollte auch nur so lange dauern, bis ein geeigneter Nachfolger gefunden ist. Mit Patrik Mössner wählte die Bevölkerungsschutzkommission eine Person, welche alle Bedingungen des Anforderungsprofils erfüllt. Der 41-Jährige wohnt in Niederteufen und arbeitet in Bütschwil als Zivilschutzinstruktor. Er war früher bei der Berufsfeuerwehr in St. Gallen tätig. Nebenbei engagiert er sich als schweizerischer Feuerwehrinstruktor und leitet die Chemiewehrgruppe Appenzeller Mittelland.

Abschied fällt schwer

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge scheidet Lukas Fust nach neun Jahren Tätigkeit per 31. Dezember 2014 aus dem regionalen Führungsstab Unteres Toggenburg aus. Angefangen als Chef Lage, stieg er in den letzten zwei Jahren zum Chef (C RFS) auf.

Er ist zum einen glücklich darüber, dass nach langer und intensiver Suche ein kompetenter Nachfolger gefunden werden konnte. Zum andern aber bedauert er sein Ausscheiden, weil die Zeit im regionalen Führungsstab eine spannende war und er mit seinem Team speziell in den vergangenen 24 Monaten die Stabsarbeit von Grund auf überarbeitet hat und dieses nun auf einem guten Weg ist, allfällige Ereignisse fachgerecht zu bewältigen.

Aufgaben des Führungsstabes

Stehen Blaulichtorganisationen wie Polizei, Feuerwehr und das sanitätsdienstliche Rettungswesen bei einem länger andauernden Ereignis im Einsatz, wird der Führungsstab aufgeboten. Die Bewältigung von Grossereignissen oder Katastrophensituationen wie Unwetter mit grossen Schäden, Überschwemmungen etc. erfordern den Einsatz von besonderen Führungsorganen. Auf Gemeindeebene wäre dies das Gemeindeführungsorgan. Die politischen Gemeinden sind von Gesetzes wegen verpflichtet, einen Führungsstab zu bilden. Die Gemeinden Bütschwil-Ganterschwil, Kirchberg, Lütisburg und Mosnang haben sich zu diesem Zweck regional zusammengetan und per 1. Januar 2005 einen regionalen Führungsstab gebildet.

Information der Bevölkerung

Dieses Führungsorgan sorgt für die Sicherstellung der Information der Bevölkerung über Gefährdungen, Schutzmöglichkeiten und Schutzmassnahmen. Es ist im Weiteren verantwortlich für die Warnung und Alarmierung sowie für die Erteilung von Verhaltensanweisungen an die Bevölkerung. Ferner stellen sie die Führungstätigkeit der Behörden sicher. Sie koordinieren die Vorbereitungen und die Einsätze der Partnerorganisationen des Bevölkerungsschutzes wie Polizei, Feuerwehr, Gesundheitswesen, technische Betriebe und Zivilschutz. Schliesslich sind sie für eine zeit- und lagegerechte Bereitschaft der Partnerorganisationen besorgt.