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Bevölkerung steht hinter der Bahn

Vor 50 Jahren nahmen die Sesselbahn Krümmenswil-Rietbach und der Skilift Rietbach-Wolzenalp ihren Betrieb auf. Der Winter ist zwar noch die stärkste Saison, aber auch unberechenbar. Darum wird das Sommergeschäft gestärkt.
Sabine Schmid
Der Skilift Rietbach-Wolzenalp und die Sesselbahn Krümmenswil-Rietbach wurden vor 50 Jahren gebaut. (Bild: pd)

Der Skilift Rietbach-Wolzenalp und die Sesselbahn Krümmenswil-Rietbach wurden vor 50 Jahren gebaut. (Bild: pd)

KRUMMENAU. 1965 war ein geschäftiger Sommer in Krummenau. Nach einigen Wirren um die Erteilung der Konzession konnte die Sesselbahn vom Dorf auf die Wolzenalp gebaut werden. Im Jahr zuvor hatten fast 400 Aktionäre das Kapital über 700 000 Franken für die Aktiengesellschaft Sportbahn Krummenau-Wolzenalp AG zusammengebracht. Sie wollte eine Sesselbahn von Krümmenswil in den Rietbach und einen Skilift vom Rietbach auf die Wolzenalp bauen. Damit, sagte der damalige Verwaltungsratspräsident Max Haller, werde ein sehr schönes Skigebiet erschlossen. Der errechnete Bauaufwand betrug 1,4 Millionen Franken.

«Mit Herzblut dahinter»

Der Krummenauer Heinz Wittenwiler erinnert sich gut an den Bau, auch wenn er damals noch nicht zur Schule ging. Er ging seinem Vater zur Hand, der für die Stützen der Bahn die Fundamente betonierte. Sein Vater habe dann bei der Bahn gearbeitet, Wittenwilers Onkel Sepp war lange Zeit Betriebsleiter. Heinz Wittenwiler, ein passionierter Skifahrer, hat viel Zeit auf den Pisten der Wolzenalp verbracht. «Wir waren einige Junge und wir waren bekannt», sagt er heute mit einem verschmitzten Lächeln. Während einiger Jahre war die Gesellschaft erfolgreich. Anfang der 1990er-Jahre blieb aber in einigen Wintern der Schnee aus. Dies bescherte der Bahnunternehmung rote Zahlen und schwarze Jahre. Zum Glück seien gute Leute dahinter gestanden, sonst wäre die Bahn am Ende gewesen, sagt Heinz Wittenwiler heute. Jonas Früh und sein Sohn Fridolin, der seit bald 25 Jahren als technischer Betriebsleiter in der Bahn tätig ist, kümmerten sich um die Anlage und die Pisten. Auf der finanziellen Seite wurde ein Sanierungsprogramm mit vier Pfeilern erstellt: Die Bank musste die Hypothek abschreiben, die Gemeinden Nesslau und Krummenau mussten einen Beitrag leisten, die Aktionäre mussten das Aktienkapital von 700 000 Franken abschreiben und es musste ein neues Kapital von 700 000 Franken gezeichnet werden. «Die Bevölkerung, nicht nur von Nesslau und Krummenau, ist stark hinter der Sportbahn Krummenau-Wolzenalp AG gestanden», sagt Heinz Wittenwiler. Statt der geforderten 700 000 Franken kamen mehr als eine Million zusammen, auch die Gemeinden haben die finanzielle Unterstützung geleistet. Der damalige Verwaltungsratspräsident Aldo Mariotta habe bei dieser Rettung ein grosses Verdienst gehabt, ist Heinz Wittenwiler überzeugt.

«Jeder lebt mit»

In den vergangenen Jahren waren die Winter vom Wetter her gesehen durchzogen. Schlechte Saisons schlugen sich auf die Bilanz der Bahnunternehmung durch. Aber: Wenn die Bedingungen den Wintersport zuliessen, waren die Gäste da. Dies sei nicht zuletzt auch wegen der zahlreichen Hütten von Skiclubs, mutmasst Heinz Wittenwiler. Mindestens sieben Hütten sind im Winter geöffnet und zwar nicht nur für Clubmitglieder. Vor zwei Jahren investierte beispielsweise der Skiclub Schaffhausen über 300 000 Franken und 5700 Stunden Freiwilligenarbeit für den Umbau der Hänis-Hütte.

Bereits vor mehreren Jahren hat die Bahnunternehmung auf die mangelnde Schneesicherheit reagiert. Es wurden Massnahmen eingeleitet, um das Sommergeschäft anzukurbeln. Dabei setzt man auf die Natur. Man wolle dem Menschen den Naturwert der Wolzenalp wieder ins Gedächtnis rufen, sagte beispielsweise Verwaltungsrat Bernhard Güttinger. Das Steckenpferd für die Angebote in der schneefreien Zeit ist das national geschützte Hochmoor, das individuell oder im Rahmen von geführten Touren durchwandert werden kann. Bewusst wollen die Verantwortlichen die Wolzenalp als Ort der Entschleunigung, der Ruhe und des Naturerlebnisses positionieren. Dabei setzen sie gezielte Akzente mit speziellen Angeboten.

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