Besuchs- und Baditag in der Innerschweiz

Im Sommerlager der Jungwacht Bütschwil in Giswil OW standen Ende letzter Woche der Besuchstag und entspannende Stunden in der Badi auf dem Programm.

Oliver Egli
Drucken
Teilen
Bei einem Ritual im Sarnersee wird Tell (in der Mitte des Kreises) von seinen Verletzungen geheilt. (Bild: pd)

Bei einem Ritual im Sarnersee wird Tell (in der Mitte des Kreises) von seinen Verletzungen geheilt. (Bild: pd)

Im Sommerlager der Jungwacht Bütschwil in Giswil OW standen Ende letzter Woche der Besuchstag und entspannende Stunden in der Badi auf dem Programm.

Im Zeichen der Sicherheit

Am vergangenen Freitag fand im Sommerlager der Jungwacht Bütschwil der alljährliche Bubenregierungstag statt. An diesem Tag übernehmen die ältesten Kinder (15er-Team) die Rolle von den eigentlichen Leitern. Zu dieser speziellen Zusammenstellung kam es, da die Leiter auf der Suche nach dem verschwundenem Wilhelm Tell waren.

Um 7 Uhr wurde der Tag mit Morgensport eingeläutet, kurz darauf folgte ein grosszügiges Frühstück. Danach erhielten die Kinder den Auftrag, bei der Suche von Wilhelm Tell mitzuhelfen. Als erstes wurden sie in Gruppen von fünf bis sechs Personen zugeteilt. Das Ganze fand im Rahmen eines grossräumigen Orientierungslaufes statt. Die Dorfbewohner verlangten von den Suchenden Antworten auf ihre kniffligen Fragen. Zudem stellten sie ihnen Aufgaben, welche tadellos erledigt wurden. Die Kinder kamen hungrig, jedoch ohne Tell zurück zum Lagerplatz, auf welchem eine Mitteilung auf sie wartete. Die Leiter haben uns eine Nachricht geschickt, in welcher geschrieben stand, dass Tell gefunden wurde, jedoch schwer verletzt sei.

Am Nachmittag wurde die Aufgabe gestellt, eine Krankenstation für unseren Tell aufzubauen. Die Station wurde unter dem grössten Turm unserer Festung aufgebaut. Wieder wurden für die verschiedenen Teile der Station viele Helfer gebraucht. Einige Kinder bauten eine Liege für den Verletzten, andere erstellten ein Schild, und die dritte Gruppe sorgte für die Heilmittel des Verletzten.

Nachdem die Krankenstation fertiggestellt war, wurde dem heissen Tag mit einer Wasserschlacht Einhalt geboten. Wer davon nicht wirklich nass wurde, konnte dies mit einer Dusche nachholen.

Am Abend traf die ganze Schar auf vier sich streitende antike Stoffhändler. Die Leiter schritten ein und schlossen mit ihnen einen Kompromiss. Die Kinder wurden auf die Stoffhändler aufgeteilt, und jede Gruppe bekam eine eigene Basis. Dann startete das klassische Bändelspiel, wobei es das Ziel war, möglichst viele Bändel für sein Team zu sammeln.

Tell gibt sein Comeback

Nach dem gestrigen intensiven Tag durften wir heute bis halb zehn Uhr ausschlafen. Anschliessend tischte uns die Küche einen abwechslungsreichen Brunch auf. Nach dem Essen erschien Tell, der auf der Krankenstation übernachtet hatte. Er klagte über starke Schmerzen am Knie, und man sah eine offene, blutende Wunde. Uns blieb daher nichts anderes übrig, als den Wunderheiler von Giswil zu rufen. Er hört auf den Namen Waldi und war ziemlich hip angezogen. Er erkannte, dass nur ein Bad im Sarnersee Tell von seinen Qualen befreien würde. Somit packten wir unsere Siebensachen und fuhren mit dem Zug in die nahegelegene Seebadi.

Tell stieg in den Sarnersee und wir bildeten einen grossen Kreis um ihn. Waldi zeigte vom Ufer aus Bewegungen vor, welche er mit lautem Gesang kommentierte. Nach etwa 5 Minuten trat das Wunder ein: Tells Knie war wieder in Ordnung! So verbrachten wir einen unbeschwerten Nachmittag bei herrlichen 30 Grad in der Seebadi. Die Kinder konnten «chrämeln» oder sich auch einfach auf den Schwimminseln im See austoben.

Heute traf auch noch das Küchenteam für die zweite Woche ein. Theres Ruoss, Daniela Bändle, Melanie Kuratli und Angelika Schär gingen zurück nach Bütschwil, dafür kochen nun Deborah Gmür, Lukas Macario, Damian Schönenberger und Petra Bachmann.

Zurück auf dem Lagerplatz fanden wir bereits unseren Präses Josef Manser vor. Im Licht der untergehenden Sonne feierte er mit uns einen abwechslungsreichen Gottesdienst. Zum Abschluss des Tages entfachten wir ein Feuer und sassen im Kreis darum herum. Wir sangen zusammen mit Tell typische Lagerlieder. Etwas später genossen wir feines Schlangenbrot, welches auf der entstandenen Glut gebraten wurde.

Aktuelle Nachrichten