Besuch vom Götti

Die Panzer des Panzersappeurbataillons 11 wirbeln während einer Gefechtsübung Staub auf, das Dröhnen der Motoren ist nicht zu überhören. Ganze Erdhügel werden durch einen Genie- und Mienenpanzer abgetragen, eine versperrte Brücke wird mit demselben Gefährt innert kürzester Zeit aus dem Weg geräumt.

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Die Panzer des Panzersappeurbataillons 11 wirbeln während einer Gefechtsübung Staub auf, das Dröhnen der Motoren ist nicht zu überhören. Ganze Erdhügel werden durch einen Genie- und Mienenpanzer abgetragen, eine versperrte Brücke wird mit demselben Gefährt innert kürzester Zeit aus dem Weg geräumt.

Unter Beobachtung der Ausserrhoder Kantonsratspräsidentin Edith Beeler, Nationalrat Andrea Caroni, der Regierungsräte Paul Signer, Rolf Degen und Köbi Frei, alt Landammann Hans Diem und Kreiskommandant Florian Hunziker zeigen die Truppenmitglieder während der Übung auf dem Waffenplatz in Bülach ihr Können. Appenzell Ausserrhoden ist Göttikanton des Panzersappeurbataillons 11.

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Jährlich besuchen Vertreter der Ausserrhoder Regierung zusammen mit Gästen das Panzersappeurbataillon 11. Es herrscht eine lockere Stimmung, freundschaftliches Händeschütteln zur Begrüssung da, Schulterklopfen dort. Wie alt Landammann Hans Diem erklärt, dient der Besuch unter anderem dazu, dass sich Zivile ein Bild vom heutigen Alltag der Armee machen können. Er dient aber auch dazu, den Angehörigen der Armee Wertschätzung entgegenzubringen und ihnen so für ihren Einsatz zu danken.

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Oberstleutnant Thomas Ott stellt das Bataillon vor. Rund 1000 Personen sind zum dreiwöchigen Dienst im Raum Bülach und Frauenfeld aufgeboten. Aus allen Teilen der Schweiz stammen sie. Er lobt das Milizsystem in den höchsten Tönen. Jedes einzelne Mitglied bringe sein gesamtes berufliches Wissen aus dem zivilen Alltag mit. Zusammen mit der militärischen Ausbildung werde so aus jedem einzelnen Armeemitglied ein absoluter Fachmann. Dem einzigen noch bestehenden Panzersappeurbataillon der Schweiz fällt im Ernstfall eine wichtige, wenn nicht entscheidende Rolle zu. Mit unterschiedlichen Panzern müssen sie versperrte Wege oder Strassen räumen, damit die nachfolgenden Truppen gefahrlos «durchstossen» können. Die Panzersappeure tun dies anlässlich des Götti-Besuchs mit einem 65 Tonnen schweren Genie- und Mienenpanzer. Mit seinen 1500 PS schiebt er eine Panzersperre scheinbar mühelos innert weniger Minuten zur Seite. Ähnlich schnell räumen die Mitglieder des Panzersappeurbataillons 11 eine versperrte Brücke. Eisenstäbe und Steinbrocken stellen genauso wenig ein Hindernis dar, wie der Erdhügel zuvor. Die Vorgehensweise ist bis zum Schluss durchdacht, Truppenmitglieder sichern die geräumte Stelle.

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Was er während der Übung zu sehen bekommen habe, überzeuge ihn, erklärt Sicherheits- und Justizdirektor Paul Signer. Der Regierungsrat weiss, wovon er spricht, schliesslich kann auch er auf eine militärische Karriere zurückblicken. Die Gastgeber nehmen das Lob Signers an. Eine ehrliche Freude über den hohen Besuch aus dem Appenzellerland prägt nicht nur die Phase der Verabschiedung, sie prägt den gesamten Tag. Es passt, dass Brigadier René Wellinger schon jetzt wieder zum nächsten Götti-Besuch im kommenden Jahr einlädt.

Bruno Eisenhut