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Beste Arbeiten prämiert

Am Mittwoch feierte man an der Kantonsschule Wattwil die Prämierung der besten Maturaarbeiten des Gymnasiums und Selbständigen Arbeiten der Fachmittelschule.
Thomas Geissler
Ausgezeichnet (von links): Nicolà Gantenbein, Julian Markl, Cilgia Franck, Robin Näf, Chiara Ermanni, Sina Gmünder und David Mühlethaler. (Bild: Thomas Geissler)

Ausgezeichnet (von links): Nicolà Gantenbein, Julian Markl, Cilgia Franck, Robin Näf, Chiara Ermanni, Sina Gmünder und David Mühlethaler. (Bild: Thomas Geissler)

WATTWIL. Knapp 150 Schülerinnen und Schüler legten in diesem Abschlussjahrgang an der Kantonsschule Wattwil ihre Maturaarbeiten beziehungsweise ihre Selbständigen Arbeiten in der Fachmittelschule vor.

Die besten Arbeiten werden seit nunmehr fünf Jahren speziell ausgezeichnet und dem interessierten Publikum in einer Kurzpräsentation nähergebracht. Grund genug für Professor Johannes Horschik, Prorektor Oberstufe Gymnasium, anlässlich dieses kleinen Jubiläums kurz zurückzublicken, aber auch kritisch auf die heutige Ranking-Mentalität zu schauen. «Die Prämierung soll ein Dankeschön und eine Anerkennung an unsere Schüler sein», hielt er fest. Auch betonte er, dass die inhaltliche und formelle Qualität der Arbeiten die jüngste Kritik am sinkenden Niveau an den Gymnasien Lügen strafen. Vielmehr würden diese die Breite der Ausbildung und die verschiedenen wissenschaftlichen Methoden und kreativen Energien offenbaren.

Davon konnte sich das Publikum dann auch direkt überzeugen, als die sieben Prämierten, jeweils von einer Laudatio eingeleitet, ihre Arbeiten vorstellten, die sich von der Medizin bis zur Sozialforschung, der Biodiversität und den Einflüssen des Mondes intensiv mit den unterschiedlichsten Themen auseinandersetzten.

Solitude auf diversen Ebenen

Einer der Preisträger, namentlich David Mühlethaler aus Wattwil, konnte sein Können gleich einleitend zur Prämierungsfeier unter Beweis stellen und mit seiner E-Gitarre und dem 1. Satz der Cellosuite Nr. 1 von Johann Sebastian Bach auf den Abend einstimmen. Eine Auszeichnung mit nach Hause nehmen durfte er aber wegen seiner Maturaarbeit, für die er vier Solostücke für E-Gitarre komponierte, arrangierte und auf CD mit einer eigens von ihm gestalteten Hülle veröffentlichte. Dabei setzte er sich zum Ziel, mit der achtsaitigen E-Gitarre neue Klangwelten zu erforschen und dabei ein breites emotionales Spektrum von totaler Isolation bis zur inneren Freiheit zu zeigen. Dafür griff er auch auf elektronische Verfremdungseffekte wie Hall, Dopplungen und Verzerrungen zurück.

Ein echter Kontrast zu diesem musischen Projekt war wiederum die bodenständig-wissenschaftliche Maturaarbeit von Robin Näf, der in Wildhaus wohnt. Der Maturand beleuchtete ganz konkret, ob die Förderbeiträge des Bundes zum Erhalt der Artenvielfalt auf der Alp Wart oberhalb von Alt St. Johann die Beitragskriterien erfüllen und diese die wirkliche Vielfalt der Alp widerspiegeln. Dafür bestimmte er nicht nur alle Pflanzen, sondern verglich diese auch mit Bodenanalysen und den Standortbedürfnissen der entdeckten Pflanzen. Seine umfassende botanische Erhebung belegte, dass sich die vereinfachte Schätzung der Artenvielfalt für die Beitragsberechtigung im Fall der Alp Wart mit der tatsächlichen Artenvielfalt deckt.

Irrglaube entlarvt

Cilgia Frank aus Mosnang richtet ihren Blick in ihrer Selbständigen Arbeit der Fachmittelschule wiederum auf einen ganz anderen Aspekt und in andere Richtung: Sie untersuchte die Auswirkungen des Mondes auf die Haltbarkeit von Christbäumen. So ging sie der Frage nach, ob Christbäume tatsächlich länger ihre Nadeln behalten, wenn diese bei ansteigender Mondbahnhöhe geschlagen werden. Diese Theorie basiert auf der Annahme, dass der Mond die Pflanzensäfte nach oben zieht. In einem einmonatigen Feldversuch schnitt sie dafür jeden Tag bei unterschiedlicher Mondbahnhöhe einen Zweig einer Fichte und liess diese in wassergefüllten Reagenzgläsern stehen, um deren Verfall zu beobachten. Zudem führte sie eine zweite Versuchsreihe mit kleinen Tannen durch. Mit diesen beiden Versuchen belegte sie aufgrund ihrer Messergebnisse, dass der Glaube an den Einfluss des Mondes ein irriger ist. Ebenfalls für ihre Maturaarbeiten ausgezeichnet wurden Sina Gmünder, die sich empirisch mit der Fusion ihrer Heimatstadt Rapperswil-Jona beschäftigte, Chiara Ermanni aus Jona, die der Navigation auf den Grund ging, während Julian Markl aus Jona der antiken Pharmazie nachspürte und Nicolà Gantenbein aus Eschenbach, der seine Arbeit an einem Magnetresonanzspektrometer für den Wettbewerb «Schweizer Jugend forscht» fortsetzen wird.

David Mühlethaler aus Wattwil bringt einen Teil seiner Arbeit gleich live zu Gehör.

David Mühlethaler aus Wattwil bringt einen Teil seiner Arbeit gleich live zu Gehör.

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