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Besondere Sensibilitäten

Im Spital Wattwil fand kürzlich ein Vortrag über Menschen mit besonderen Fühligkeiten statt.
Thomas Knecht Facharzt FMH Psychiatrie und Psychotherapie (Bild: pd)

Thomas Knecht Facharzt FMH Psychiatrie und Psychotherapie (Bild: pd)

REGION. Die Vortrags- und Lesegesellschaft im Toggenburg (VLT) hatte zum Anlass eingeladen – zusammen mit dem Toggenburger Ärzteverein und der Fortbildung am Spital Wattwil. Thomas Knecht, leitender Arzt am Psychiatrischen Zentrum AR, stellte dar, wie die Selbsthilfebewegung der hochsensiblen Personen sich selbst sieht. Dann suchte er einen möglichen Bezugspunkt im Rahmen moderner psychiatrischer und psychotherapeutischer Forschung. Mit dem Funktionskreis nach Jakob von Uexküll zeigte Knecht, was die Psyche im Blick auf die Wahrnehmung und Verarbeitung, aber auch bei der Steuerung des Verhaltens leistet. Er betonte, dass dabei das Mass wichtig sei, weil maximale Wahrnehmung zu Reizüberflutung und im Verhalten zu Hyperaktivität führen könne. Abweichung von der Norm sei in diesem Bereich nicht automatisch Krankheit; sie könne auch eine Stärke sein.

Die Amerikanerin Elaine Aron gilt als Pionierin im Bereich der Hochsensibilitätsforschung; sie entwickelte den «Highly-Sensitive-Test». Sie sieht das Phänomen eher positiv. Knecht als Psychiater und Psychotherapeut sieht auch die Belastung, die das für Betroffene mit sich bringt. Die Schulpsychiatrie beobachtet bei Personen, die sich als hochsensibel verstehen, eine gewisse Nähe zum «Neurotizismus», Neigung zu Nervosität, Klagen über Ängste und Beschwerden, sensibel auf Stress reagierend. Die Diskussion am Anlass mündete in Einsichten wie: Jeder Mensch sollte im Verlauf des Lebens Experte/Expertin für die eigene Wesensart werden und sich entsprechend nicht über-, aber auch nicht unterfordern. Ziel könnte es sein, sich im Leben zu behaupten, indem man eigene Stärken nutzt und sich von den Schwächen nicht überwältigen lässt. (pd)

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