Besenbeiz im «Hexenhaus»

Vor gut zehn Jahren wurde am Witzwanderweg die Besenbeiz Zur Schitterbiig eröffnet. An Ostern wurde zur Saisoneröffnung eingeladen, und einmal mehr liess das uralte «Hexenhaus» staunen.

Peter Eggenberger
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Hilda Wirth hat an Ostern ihre direkt am Witzweg gelegene Besenbeiz wiedereröffnet. (Bild: pe)

Hilda Wirth hat an Ostern ihre direkt am Witzweg gelegene Besenbeiz wiedereröffnet. (Bild: pe)

WOLFHALDEN. Im an Walzenhausen grenzenden Teil von Wolfhalden wurden vor einigen Jahren die Wirtschaften Fernsicht und Kreuz geschlossen. Fast gleichzeitig brachte der Witzwanderweg viele Leute in die Gegend.

«Mein Haus liegt direkt am vielbegangenen Witzweg, und da war es naheliegend, die Lücke zu schliessen und eine Beiz einzurichten», begründet Hilda Wirth-Rickenbacher ihren 2004 in die Tat umgesetzten Entscheid. Damit kehrte sie zu ihren Wurzeln zurück, ist sie doch in einem Wirtshaus aufgewachsen und hat zeitweilig auch in der Gastrobranche gearbeitet.

Gefoltert, geköpft und verbrannt

Zweifellos gehört das stilvoll restaurierte Wirth-Haus zu den ältesten Gebäuden im Weiler Högli, und wahrscheinlich hat hier die als Hexe verschriene Anna Lutz-Stähelin gewohnt. Ernst Züst schreibt darüber im Buch «Geschichte der Gemeinde Kurzenberg»: «Die aus dem innerrhodischen Oberegg stammende Frau wurde von ihrem an einem bösen Bein leidenden Schwager Michel Lutz der Hexerei bezichtigt. Sie wurde 1641 nach Trogen überführt, gefoltert, enthauptet und verbrannt.»

Romantischer Torkelraum

Sehenswert ist auch der Torkelraum, der bei schlechtem Wetter den Rückzug ins Hausinnere ermöglicht. Am unweit entfernten sonnigen Hügeli (davon ist der Name Högli abgeleitet) befand sich einst ein Weinberg, und der Torkelraum der Besenbeiz diente der Traubenverarbeitung. Durchaus denkbar, dass im heutigen Haus mit der Besenbeiz Zur Schitterbiig schon früher einmal gewirtet worden ist.

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