Beschäftigung in der Industrie wächst

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Toggenburg Die Toggenburger Wirtschaft ist stark vom zweiten Sektor geprägt, der Industrie. Die gleiche Aussage lässt sich auch für den ganzen Kanton St. Gallen sowie für die beiden Appenzell treffen. Die Grossbank Credit Suisse hat in einer aktuellen ­Studie zu den Perspektiven regionaler Wirtschaftsräume einen ­genaueren Blick auf die drei Ostschweizer Kantone geworfen.

Auch wenn sich die ganze ­Region in einem Strukturwandel befinde, könne nicht von einer ­raschen Deindustrialisierung gesprochen werden. Jeder vierte Beschäftige war 2014, im letzten Jahr des Untersuchungszeitraums, im Industriesektor angestellt. Diese Zahl ging indes fast überall zurück. Nur das Toggenburg verzeichnete zwischen 2011 und 2014 einen Anstieg der Industriebeschäftigung, wie die Bank schreibt. Der Grund dafür ist gemäss der Credit Suisse vor allem im Lebensmittelbereich zu suchen. Allerdings übernimmt die Credit Suisse bei der Betrachtung nicht die Grenzen der Wahlkreise, sondern bezieht sich auf Wirtschaftsräume. Nicht zum Toggenburg gehören in dieser Betrachtung weite Teile des Alttoggenburgs. Dadurch verringert sich die Einwohnerzahl des Tals um rund 10000 auf rund 35000.

Platz 65 von 110 bei der Standortqualität

Das so definierte Toggenburg schneidet jedoch hinsichtlich der Standortqualität schlechter ab. Im Ranking von 110 Wirtschaftsregionen liegt das Thur- und Neckertal auf Platz 65. Der Wirtschaftsraum Wil als direkter Nachbar schafft es ins erste Drittel der Tabelle. Auch dieser Raum wird jedoch anders definiert als der gleichnamige Wahlkreis. Zusätzlich zu jenem Teil, der dem Toggenburg verlustig geht, stossen auch noch einige Thurgauer Gemeinden hinzu. Mit ein Grund für die bessere Klassierung der Region Wil ist der bessere Anschluss an das Verkehrsnetz beziehungsweise die einfachere Erreichbarkeit. Die Credit Suisse hält aber auch fest, dass gerade «Gebirge und Abgeschiedenheit wichtige Grundlagen für die Attraktivität der Tourismusgemeinden im Appenzell, Sarganserland und Toggenburg» sind.

Nicht zuletzt dürfte die Mittelfeldplatzierung des Toggenburgs auch bezüglich der Erschwinglichkeit von Wohneigentum einen Vorteil haben. Ein durchschnittlicher Haushalt kann hier mit einem Drittel des Bruttoeinkommens noch zum Eigenheim gelangen. Mit Ausnahme des Werdenbergs ist das sonst in keiner Region dieser drei Kantone noch möglich, wie die Credit Suisse schreibt. (pd/rus)