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Berufsrisiko spielt im Polizeialltag immer mit

Das Korps der Ausserrhoder Kantonspolizei ist seit kurzem um sechs Personen reicher. Nadja Dietrich ist eine der diesjährigen Absolventinnen der Polizeischule. Die 29-jährige Herisauerin über ihre Motivation und ihre Pflichten.
Alessia Pagani
Rapporte aufnehmen, Protokolle schreiben, Patrouillenfahrten absolvieren – die Arbeit als Polizistin ist vielfältig. (Bild: Erich Brassel)

Rapporte aufnehmen, Protokolle schreiben, Patrouillenfahrten absolvieren – die Arbeit als Polizistin ist vielfältig. (Bild: Erich Brassel)

Heute steht Nadja Dietrich noch am Anfang ihrer Karriere als Polizistin. Kürzlich wurde die junge Frau im Regierungsgebäude in Herisau als eben solche vereidigt. «Das war ein spezieller Moment für uns alle. Eine Art Wertschätzung für die Leistungen, die wir im vergangenen Jahr gebracht haben. Und von uns Absolventen ein Dank an die Vorgesetzten für deren Unterstützung.» Erst da sei der Druck des Ausbildungsjahres von ihr abgefallen, so Dietrich. Dass Landammann Paul Signer bei der Vereidigung anwesend war, freut die junge Frau besonders:

«Man schüttelt dem Landammann nicht täglich die Hand.»

Mit Dietrich verstärken seither fünf weitere Polizeiaspirantinnen und -aspiranten, die diesen Herbst die Polizeischule in Amriswil abgeschlossen haben, das Korps der Kantonspolizei Appenzell Ausserrhoden.

Umgang mit der Ungewissheit erlernen

Nadja Dietrich ist eher durch Zufall bei der Polizei gelandet. Nach dem Abschluss der kaufmännischen Lehre hat die heute 29-Jährige in verschiedenen Branchen gearbeitet.

«Damals war eine Tätigkeit bei der Polizei noch kein Thema für mich»

sagt Dietrich rückblickend. Anfang 2016 führe sie der Weg schliesslich zur Polizei, wo sie weiter in ihrem angestammten Bereich tätig war. Langsam entwickelte sich eine Nähe zur Arbeit der Gesetzeshüter. «Ich habe damals gesehen, was die Arbeit eines Polizisten alles mit sich bringt und welche vielfältigen Aufgaben sie zu bewältigen haben», so Dietrich. Schnell war der Entschluss gefasst und im Oktober 2017 startete die junge Herisauerin mit der Polizeiausbildung.

«Es ist ein sehr vielfältiger Beruf, genau das gefällt mir.»

Von rechtlichen Belangen über eine Schiessausbildung bis hin zu Ordnungsdienst und strafprozessrechtlichen Thematiken sei der Aufgabenbereich sehr breit gefächert. Nebst Bürodienst stehen Nachtdienste und Patrouillengänge an, es sind am Schalter Anzeigen entgegen zu nehmen oder die Kollegen werden bei Aufträgen begleitet.

«Oft kommt man morgens zur Arbeit und weiss nicht, was der Tag bringen wird oder was einem erwartet»

Den Umgang mit dieser Ungewissheit müsse man zwar zuerst lernen, was ein stetiger Prozess sei. Aber sie ist es auch, die Nadja Dietrich jeden Tag aufs Neue motiviert.

Wer die einjährige Polizeischule absolvieren möchte, benötigt dafür eine Erstausbildung. Nach sportlichem und intellektuellem Leistungstest folgt eine offizielle Bewerbung. Die ersten sieben Ausbildungsmonate sind der Theorie gewidmet, anschliessend folgen vier Monate Praktikum im entsprechenden Korps. Dabei wird jeder Polizeiaspirantin und jedem Polizeiaspiranten ein «Götti» zur Seite gestellt. Von Beginn weg gehen die auszubildenden Polizisten mit auf Streife.

«Wir haben seit Jahren das Glück, dass wir genügend und auch gute Bewerber haben»

sagt Marcel Wehrlin, Adjutant bei der Kantonspolizei Appenzell Ausserrhoden. «Aber auch wir dürfen uns nicht ausruhen und müssen Nachwuchs generieren.» Vor allem auch, weil in den vergangenen Jahren viele Ausserrhoder Polizisten das Pensionsalter erreicht hatten.

Hat die junge und zierliche Frau keine Angst auf Streife zu gehen? «Wir hatten von Anfang an Patrouillendienst. Dass immer eine erfahrene Person mit dabei ist, hilft sehr.»

«Wir können auf gegenseitige Unterstützung zählen.»

Angesprochen auf den schlimmen Vorfall von vor zwei Jahren in Rehetobel sagt Dietrich: «Man muss gesunden Respekt haben vor jeder einzelnen Situationen. Und einiges ist schlicht einfach Berufsrisiko.»

Die Vielfältigkeit und die Herausforderung, die die Arbeit als Polizistin mit sich bringt, geben Dietrich jeden Tag aufs neue Ansporn. «Man kommt in Kontakt mit so vielen verschiedenen Menschen und Situationen.

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