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Bergbahnen zu verkaufen

Brosmete
Philipp Langenegger

Ein herrlicher Wintertag blinzelt mir ins Gesicht. Franz auch. Er sitzt neben mir auf 1830 Meter über Meer.«Wienerli und Pommes» hat er bestellt. Skifahren gibt Hunger. An unserem Tisch gesellt sich eine Skilehrerin mit einem dunkelhäutigen Schüler. Ein cooler Typ. Sieht aus wie ein amerikanischer Rapper in seinem gelben Skidress. Er blinzelt Franz an. Franz interessiert sich mehr für die gebrachten Wienerli. Am anderen Tisch nimmt eine Dame Platz mit ihrem Gatten. Sie bestellt Aprikosenkuchen. Der Gatte unterhält sich mit dem Berghüttenwirt. Aus dem konspirativen Gespräch erfahren wir, dass es sich um den Gemeindepräsidenten handeln muss. Im Stehen führen die beiden ein Gespräch. Der Präsident steht in der Sonne des Gangstarappers. Der mustert gerade ein Ovomaltineschokolädchen, ein Mitbringsel auf dem Kaffee. Der Gemeindepräsident tuschelt weiter mit dem Wirt. Es fallen grosse Worte wie Existenz, Wegrecht und Landwirtschaftszone. Dann geht es um einen schwerreichen Investor und ehemaligen Segler aus Gstaad. Dieser Milliardär muss vor kurzem die Berghütte gekauft haben. Je leiser sie «dischgerieren» desto mehr Ohren hören mit. Ausser die der Frau Gemeindepräsidentin. Sie geniesst ihren Aprikosenkuchen und scheint sich mehr für den Rapper zu interessieren. Der schiesst nun Selfie um Selfie mit dem Schneepanorama. Die Skilehrerin wartet. Sie will fahren. Franz auch. Das Gespräch der beiden Herren gerät ins Stocken. Die Konzession der Bergbahn läuft Ende Jahr aus, erfahren wir. Beim Skianziehen will Franz wissen, worüber die beiden Männer gesprochen haben. Wir brausen los. Schon vor dem ersten grossen Hang überholt Franz den herrlich ungelenken Rapper mit seiner Meisterin. Ein Bild für die Götter. Er streckt seinen Po in eine andere Himmelsrichtung. Franz braust an ihm vorbei und zeigt auf ihn. Ich winke ihm freundlich zu. In der Gondel erklärt mir dann Franz, dass er jetzt die Lösung habe. Für 500 Franken möchte er sie kaufen. Die Bergbahn. Dann Umziehen. Einen Ort hätte er schon. Im Urnäscher Tal.

Philipp Langenegger

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