Bergbahnen spendieren Schanzen

WILDHAUS. Der Schnee bei der Sprungschanze im Munzenriet reicht nicht aus für das Saugumpen. Auf der Piste bei der Talstation Thur liegt hingegen jede Menge Schnee. Dort hat Johann Scherrer von den Bergbahnen Wildhaus mit dem Pistenfahrzeug eine grosse und kleine Schneeschanze gebaut.

Matthias Giger
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Simon und Philipp Wenk (von links) zeigen Johann Scherrer, der im Pistenfahrzeug sitzt, wie sie die kleine und grosse Schanze für das diesjährige Saugumpen in Wildhaus gerne hätten. (Bild: Matthias Giger)

Simon und Philipp Wenk (von links) zeigen Johann Scherrer, der im Pistenfahrzeug sitzt, wie sie die kleine und grosse Schanze für das diesjährige Saugumpen in Wildhaus gerne hätten. (Bild: Matthias Giger)

Wildhaus. Vor drei Jahren hat der Unterwasser Action Club (UWAC) das Saugumpen absagen müssen. Damals kursierte das Gerücht, dass es in Wildhaus keinen Schnee habe. Dem war aber nicht so. Dank den technischen Beschneiungsanlagen gab es auf den Pisten reichlich Schnee.

Um das Saugumpen in diesem Jahr (siehe Kasten) durchzuführen, fehlt es bei der Sprungschanze im Munzenriet an Schnee. Damit nicht wieder dieselbe falsche Botschaft die Runde macht, hat Walter Tobler, technischer Leiter der Bergbahnen Wildhaus AG, angeboten, eine Schanze zu bauen. Mit dem Bau hat er seinen Mitarbeiter Johann Scherrer beauftragt. Dieser hat nicht nur über 30 Jahre Erfahrung in Cockpits der Pistenfahrzeuge, sondern auch ein grosses Herz. Daher baute er am Donnerstagabend mit dem 400 Pferde starken Schnee-Gefährt gleich zwei Schanzen statt einer: eine rund 50 Zentimeter hohe kleine Schanze für die jüngeren Teilnehmer und eine gut 1,2 Meter hohe für die älteren. Dabei stieg er immer wieder aus und unterhielt sich mit Philipp und Simon Wenk. Diese bedeuteten ihm mit Handzeichen, wo er den Schnee hin manövrieren soll. Innert eineinhalb Stunden entstand so eine rund sechs Meter breite Anlage mit den beiden Schanzen. «Auf der grossen erwarten wir Sprünge von bis zu 30 Metern», sagte Simon Wenk.

Pisten-Schnee für Schanze

Für die kleinere Schanze hat Johann Scherrer die Pisten unterhalb des Absprungs verbreitert. Den Schnee dafür und für die beiden Schanzen holte er von einem kleinen Hügel, der als Schnee-Speicher dient und unten in der Ebene liegt, wo sich die Schneesportschüler sammeln. Auch auf der Piste lag dank der Beschneiung genügend Schnee, um locker einige Zentimeter davon abzutragen. Von unten, oben und von der Seite sammelte Johann Scherrer mit der grossen Schaufel des Pistenfahrzeugs pro Ladung vier bis fünf Kubikmeter Schnee und schob sie zu mehreren Haufen zusammen. Mit dem Eigengewicht des Pistenfahrzeugs planierte er die Anfahrt zum Schanzentisch und füllte im gleichen Zug den Zwischenraum der Haufen auf. «Wenn wir den Funpark von Snowland.ch bauen können, so sind diese zwei Schanzen auch zu schaffen», meinte Johann Scherrer gelassen. Zum Schluss fräste er die feinen Rillen, die man von frischen Pisten kennt, in den Schnee und ebnete so den Saugumpern den Weg.

Feinarbeit mit der Schaufel

Simon und Philipp Wenk brauchten vorgestern nach kurzem Feinschliff mit der Schaufel nur noch die beiden Schanzen abzusperren. Gestern morgen mussten einige Mitglieder des UWAC früh aus den Federn. Ab fünf Uhr kümmerten sie sich morgens um den weiteren Feinschliff und testeten die beiden Schanzen. Zudem galt es, den Stand mit dem Glühwein und den Wurststand aufzustellen.

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