Prachtswetter sorgt für Hoch bei Appenzeller Bergbahn-Betreibern

Bei schönem Wetter lockt der Alpstein Berggänger und Ausflügler in Scharen in die Höhe. Nach diesem Sommer und Herbst können die Appenzeller Bergbahnen nicht klagen. Die Gästezahlen sprechen für sich.

Alessia Pagani
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Schönes Wetter bedeutet viele Besucher: Die Bergbahnen-Betreiber können ob den diesjährigen Gästezahlen jubeln. (Bild: Beat Belser)

Schönes Wetter bedeutet viele Besucher: Die Bergbahnen-Betreiber können ob den diesjährigen Gästezahlen jubeln. (Bild: Beat Belser)

Anhaltender Sonnenschein, warme Temperaturen, Trockenheit – dieses Jahr war von einem Prachtsommer geprägt. Bei den Bergbahn-Betreibern im Appenzellerland herrscht beim Blick auf die Zahlen denn auch pure Freude: «Wir sind sehr zufrieden mit der Saison», sagt Mario Koller, Geschäftsführer der Ebenalp-Luftseilbahn. Genauso wie Freibäder seien Bergbahnen vom Wetter abhängig. «Die Wetterlage wirkt sich auf die Besucherzahlen aus. Dieses Jahr können wir entsprechend von überdurchschnittlichen Zahlen sprechen», so Koller. Ebenso präsentiert sich die Lage für Martin Ebneter, Geschäftsführer der Seilbahn beim Hohen Kasten. «Im Fünfjahres-Durschnitt verzeichnen wir momentan bei den Gästezahlen einen Zuwachs von zehn Prozent.» Aktuell sei man sehr zufrieden, vor allem auch im Hinblick darauf, dass der «Kasten» nicht als Wintersportort gelte. «Von eigentlichen Hammerzahlen werden vor allem Bahnen profitieren, die normalerweise für den Wintersport benutzt werden. Obwohl dies bei uns nicht der Fall ist, kann man von einer guten Bilanz sprechen.» Auch Bruno Vattioni, Geschäftsführer der Säntis-Schwebebahn AG, kann gute Zahlen vorweisen. «Wir sind ausgesprochen zufrieden.» Das wunderschöne Wetter, das seit März vorherrsche, habe ihnen viele Gästen gebracht. «Die Frequenzen der Schwebebahn sind gut 13 Prozent über Budget und etwa 25 Prozent über den Vorjahreszahlen», sagt Vattioni.

Gäste verteilen sich besser

Seit Monaten lässt uns die Wetterlage nicht im Stich. Dies war in den vergangenen Sommern selten der Fall. Und genau das macht die Arbeit der Schwebebahn-Betreiber schwierig, wie diese übereinstimmend berichten: «Am Schlimmsten ist es jeweils, wenn nach einer mehrtägigen Schechtwetterphase der erste schöne Tag angesagt ist und wir quasi überrennt werden von den Gästen», sagt Mario Koller. Alle würden miteinander die Kassen der Bahn «stürmen», nur wenige hätten Verständnis für Warteschlangen. «In diesem Jahr war die Situation entspannter.» Auch Martin Ebneter begrüsst die gleichmässigere Auslastung seines Betriebs. «Heuer hatten wir keine Spitzentage, das ist für beide –Betreiber und Gäste – angenehmer.» Auch beruhige dies die Situation im Alpstein.

Das Prachtwetter hatte für Martin Ebneter und sein Team allerdings noch einen weiteren gewichtigen Vorteil: «Wir haben gesehen, dass wir gut organisiert sind und mit diesen Menschenmassen umzugehen wissen.» Die Kronberg-Bahn hat bereits auf den Winterfahrplan umgestellt. Auch deren Geschäftsführer, Markus Koster, zeigt sich ob des Gästeandrangs erfreut. «Der gute Sommer und Herbst haben die schlechten Zahlen des vergangenen Winters wettgemacht.» Auffällig sei dieses Jahr gewesen, dass insbesondere die Gäste des Seilparks sowie der Bobbahn der Hitze wegen die Mittagszeit gemieden hätten und erst später angereist seien.

Beim Hohen Kasten läuft derzeit alles im Normalbetrieb weiter: «Wir haben noch zwei Monate offen. Wenn diese von gutem Wetter geprägt sind, werden wir nochmals viele Gäste haben», sagt Martin Ebneter.

Die Ebenalp-Bahn wechselt in den Wintermodus, sobald die Schneeverhältnisse für Wintersport gut sind, was gemäss Mario Koller normalerweise Mitte Dezember der Fall ist. Dies bedeutet: Sollte das Wetter mitspielen, steht einem Ausflug in den Alpstein also auch an goldigen Herbsttagen nichts im Weg.