Beratungsstelle darf nicht gekippt werden!

«Eheberatung auf der Kippe», Ausgabe vom 20. Juni

Adrian Keller, Dorf 92,
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Der Kirchenrat der Evangelisch-reformierten Kirche beider Appenzell gleist seine Sparübung wirklich gut auf. So dass sogar jedem Mitglied ein Diskussionsbeitrag möglich ist. Wie bereits im Jahre 2013 besteht erneut der Vorschlag, die Beratungsstelle für Ehe-, Familien- Lebensfragen (BEFL), mit den Anlaufstellen in Herisau und Heiden, aufzulösen. Für mich ist das unverständlich, dass diese Streichung in einer Kirche zur Diskussion kommt, die durch die Trauung und Taufe helfen will, Ehe- und Familiengründung mit der Bitte um Gottes Segen einen kraft- und hoffnungsvollen Grund zu geben. Was, wenn dieser Grund ins Wanken kommt. Wenn Schwierigkeiten auftreten? Seelsorgerinnen oder Seelsorger an ihre Grenzen kommen und die Ratsuchenden an spezialisierte Fachleute weiterleiten müssen? Nach dem Vorschlag des Kirchenrates soll man sie in den Kanton St. Gallen schicken. Vermutlich in der Erwartung, dass die im Kanton St. Gallen dann selber für die nötige personelle Aufstockung sorgen werden. Dieser zweite Schritt passt nicht zu einer Organisation, die Wert auf Nähe zu ihren Mitgliedern legt. In einem Seelsorgekonzept müsste meines Erachtens dieser zweite Schritt, oder je nach Situation der Kirchgemeinde der erste Schritt, von fachlicher Abklärung und Beratung in unserer Landeskirche noch selber möglich sein. Wenn auch diese Beratung an ihre Grenzen kommt, dann sollen selbstverständlich auch ausserkantonale Fachleute und Stellen weiterhelfen. Das andere Modell wäre eine überkantonal koordinierte Zusammenarbeit. Was mir bei der vorgeschlagenen Streichung des BEFL fehlt, ist die Präsentation eines aktuellen, sorgfältig erarbeiteten und breitabgestützten Seelsorge­konzepts. So ist für mich klar: Die von den evangelischen und katholischen Kirchgemeinden getragene Beratungsstelle für Ehe-, Familien- und Lebens­fragen darf nicht gekippt ­werden!

Adrian Keller, Dorf 92,

9428 Walzenhausen