Beratung an Geschlecht anpassen

Die Bütschwiler Unternehmer haben an ihrem gemeinsamen Anlass mit dem Gemeinderat, dem traditionellen Unternehmerapéro, erfahren, dass sie die Beratung ihrer Kunden je nach Gegenüber anpassen sollten. Denn «Männer kaufen anders – Frauen auch», so das Motto des Vortrages.

Beatrice Bollhalder
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BÜTSCHWIL. Wenn zwei Frauen gemeinsam einkaufen gehen, nehmen sie sich mehr Zeit, als wenn sie mit ihrem Partner oder mit ihren Kindern unterwegs sind. «Frauen gehen gerne shoppen, das würden wohl alle unterschreiben, oder?» wollte Referent Felix M. Murbach von den Anwesenden am Donnerstagabend wissen. Zustimmendes Nicken, vor allem von Männern. Schnell fügt Murbach hinzu, dass Männer aber auch sehr gern einkaufen, aber halt eben nur, wenn sie sich für das Produkt begeistern können. Und dann seien es die Männer, die im Verhältnis mehr Geld ausgeben, hielt Murbach fest.

25 184 Stunden und 53 Minuten

In Amerika wurde eine Studie zur Aufgabe, ein paar Jeans einzukaufen, gemacht. Aus dieser geht hervor, dass Männer dafür rund sechs bis acht Minuten brauchen, 33 Dollar ausgeben und der Weg vom Eingang des Geschäftes direkt zum betreffenden Kleiderständer führt. Ganz anders sehe der Weg einer Frau aus, sie durchquere den ganzen Laden mehrmals, brauche dafür etwas mehr als drei Stunden und gebe im Durchschnitt 876 Dollar aus, so die Auswertung der Studie. Dass die Studie wohl kaum Bütschwiler Verhältnissen entspricht, zeigten der Gesichtsausdruck und das Gelächter der Anwesenden. Auch die Zahl von 25 184 Stunden und 53 Minuten, die eine Frau durchschnittlich zum Shoppen benötigen soll, verursachte da und dort ein Stirnrunzeln. Felix M. Murbach konnte aber in seinem interessanten Vortrag vier Thesen aufstellen, die das Bütschwiler Publikum mehrheitlich bestätigten. So warf er zum Beispiel in den Raum, dass Männer «Verkaufsbremsen» seien oder Männer teurer einkaufen würden. Auch der Aussage, dass Frauen, die sich in einem Geschäft wohl fühlen, bessere Kunden sind, konnten die Zuhörer zustimmen. Frauen schätzen ausserdem eine gute Beratung.

70 Prozent sind Spontankäufe

Eine solche benötigten Männer dagegen nicht, da sie sich meist schon vorher intensiv beispielsweise im Internet über das neu zu kaufende Produkt schlau gemacht hätten, erklärte Murbach. Wenn man bedenke, dass 30 Prozent der Kaufentscheidungen wohlüberlegt seien, Spontankäufe aber ganze 70 Prozent ausmachten, könne ein Unternehmer viel zu einer Steigerung des Umsatzes beitragen. Murbach riet den Anwesenden, die Führung von Verkaufsgesprächen zu überdenken. Ausserdem ermunterte er die Unternehmer, daran zu denken, dass sie regelmässig Feedback bei ihren Kunden einholen sollten.

Dem Trend, dass der Kunde in Zukunft möglichst online und zeitunabhängig einkaufen will, wird aber nicht jede Branche gerecht werden können. Dass sich der Kunde im Geschäft wohl fühlt, allerdings schon.

Vielfältig und qualifiziert

Der Unternehmerapéro ist ein gemeinsamer Anlass von politischer Gemeinde und Gewerbeverein. Bei dieser Gelegenheit sollen Kontakte gesucht, neu geknüpft, gepflegt oder aufgefrischt werden. Es sei einfacher, in einer ungezwungenen, lockeren Atmosphäre zu diskutieren, meinte Gemeindepräsident Karl Brändle. «Dass in der neuen Gemeindebroschüre das Gewerbe als vielfältig und qualifiziert aufgeführt ist, ist ein grosses Verdienst von ihnen allen», lobte er die Anwesenden. Die breite Palette von Dienstleistungen in den verschiedenen Branchen sorgt dafür, dass in rund 350 Arbeitsstätten in der Gemeinde Bütschwil-Ganterschwil über 1600 Beschäftigte gezählt werden können. Die Gemeinde sei offen für weiteres wirtschaftliches Wachstum, so biete etwa das «Lerchenfeld» gute Perspektiven für die Zukunft. Die rege Bautätigkeit in den Dörfern und der Fortschritt an der Umfahrung zeugen von der Aufbruchstimmung, die in Bütschwil derzeit herrscht. «Die Attraktivität erhöht sich ständig. Ausserdem legt der Gemeinderat viel Wert darauf, die Wohn- und Lebensqualität weiter zu steigern», versprach der Gemeindepräsident.

Es sei schön, dass an diesem Anlass immer wieder neue Unternehmer begrüsst werden könnten, hielt Alexander Widmer, der Präsident des Gewerbevereins Bütschwil fest. An diesem Abend wurde in der Bütschwiler Turnhalle noch rege diskutiert, unter anderem auch über die Tips des Referenten.

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