Benefizkonzert für das Tierheim

Zurzeit wird das Tierheim in Nesslau erweitert. Mit den Einnahmen eines Benefizkonzerts in der evangelischen Kirche Nesslau wird ein Teil der Baukosten getilgt. Die Idee dazu kam von Hundebesitzerin und Musikerin Regula Hunger.

Vreni Neher
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Nesslau. Das Tierheim Nesslau, welches am 5. Juni 1971 eingeweiht wurde, ist eine segensreiche Institution, die nicht nur Feriengäste, sondern zu einem Drittel auch herrenlose Hunde und Katzen beherbergt und liebevoll pflegt. Die Ausgaben für diese Tiere werden von den Tierklinik-Inhabern finanziert. Zurzeit wird das Heim erweitert und erneuert, was hohe Kosten verursacht.

Damit die finanziellen Aufwendungen den Rahmen nicht sprengen, hatte die Hundebesitzerin Regula Hunger, die ihren vierbeinigen Liebling in der Tierklinik verarzten lässt, die Idee, mit einem Benefizkonzert einen Teil der Kosten zu tilgen.

Freudig und jauchzend

Regula Hunger, Violine, und Heinz Balli, Orgel, erfreuten die Zuhörenden mit einprägsamen Werken aus verschiedenen Epochen.

Die erfreulich vielen Konzertbesucher wurden von Tierarzt Daniel Leutenegger herzlich begrüsst und mit freundlichen Worten auf die prekäre finanzielle Situation aufmerksam gemacht. Eröffnet wurde der musikalische Abend mit der viersätzigen Sonate in G-Dur für Violine und Basso Continuo von Johann Sebastian Bach. Dem anfänglichen lieblichen Adagio folgte ein energiegeladenes Vivace und ein beschauliches Largo.

Beendet wurde die Sonate mit einem temperamentvollen Presto, hervorragend interpretiert von Regula Hunger. Die zweite Komposition, das Concerto in a-Moll, nach dem gleichnamigen Konzert von Vivaldi, spielte der Organist Heinz Balli mit verhaltener Ausdruckskraft. Einen besonders feierlichen Eindruck hinterliess der letzte Satz, ein fabelhaft freudiges, ja fast jauchzendes Allegro, das diesem schönen sonnigen Wintertag die Krone aufsetzte.

Giuseppe Tartini, ein Zeitgenosse von Johann Sebastian Bach, war ein in ganz Europa gefeierter Violin-Virtuose. Seine Sonate in g-Moll für Violine und Orgel begann mit einem schlichten, sehr melodiösen Andante. Das darauf folgende Presto, vorwärts drängend und dahin eilend, wurde von der hochbegabten Solistin Regula Hunger hervorragend interpretiert.

Musik als lustvolle und geistreiche Gedankenarbeit, das war Haydns Werk. Aus der «Flötenuhr» ertönte das heitere Menuett «Der Wachtelschlag», vom Organisten nur mit einzelnen hohen Tönen interpretiert. Das Vivace mit dem Titel «Der Kaffeeklatsch» schilderte mit köstlichem Humor einige tratschende Frauen, die sich über die letzten Dorfneuigkeiten unterhielten. Rhythmische Lebendigkeit versprühte der am Schluss interpretierte Marsch, von Heinz Balli brillant ausgeführt. Feinheit und verhaltene Ausdruckskraft prägte Mozarts Adagio in E-Dur für Violine und Orgel.

Während Mendelssohns Sonate in A-Dur für Orgel solo mächtig durchs Gotteshaus rauschte.

Virtuose Brillanz

Moderate, fugenähnliche Sujets folgten und steigerten sich allmählich zur Höchstform. Eine grossartige Interpretation des Organisten Heinz Balli, der 16 Jahre als Organist am Berner Münster wirkte und mit mehreren internationalen Preisen ausgezeichnet wurde.

Am Schluss des sehr abwechslungsreichen Konzertabends wurde das Publikum mit dem Komponisten Josef Gabriel Rheinberger bekannt gemacht. Der aus Vaduz stammende Musiker trat bereits als Siebenjähriger auf; er schrieb Werke zu allen wichtigen Gattungen und hatte einen besonderen Hang zur Kirchenmusik. Seine Komposition «aus sechs Stücken» für Orgel und Violine ist ein sprühendes Werk, das der Violinsolistin alle Möglichkeiten virtuoser Brillanz eröffnete. Die beiden Solisten ergänzten sich prächtig und ernteten einen lang anhaltenden Applaus.

Und Tierärztin Carla Leutenegger zog eine erfreuliche Bilanz: «Wir freuen uns ungemein, dass so viele gekommen sind – und die Einnahmen dieses Konzertes sind ein wirklich grosszügiger Zustupf für unser Tierheim.»

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