Bendliger Schulkinder wüssten sich zu helfen

Nicht einmal mehr drei Wochen dauert es, dann werden keine Kinder mehr im Schulhaus Bendel unterrichtet. Wie man eine Schule retten könnte, zeigten die Erst- bis Drittklässler und ihre Lehrerinnen Maya Fellmann und Josy Keller am Freitag vor Eltern und Geschwister.

Sabine Schmid
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Note 6 im Kopfrechnen: Maya Fellmann (rechts) stellt Rechenaufgaben, welche die Schulkinder im Nu lösen.

Note 6 im Kopfrechnen: Maya Fellmann (rechts) stellt Rechenaufgaben, welche die Schulkinder im Nu lösen.

EBNAT-KAPPEL. «Ich bi achttuusigmal ufgregter als du», sagt Noah zu Luzia und lacht. Sie scheint es ihm nicht zu glauben, denn auch sie sitzt nervös neben ihren Schulgspänli und wartet, bis die letzten ins Schulzimmer eintreten. Dieses ist am Freitagabend für einmal ziemlich voll. Die elf Schulkinder haben ihre Eltern und Geschwister eingeladen. Ob zu einem Schultheater oder zu einem Examen bleibt bis am Schluss ungeklärt. Aber es spielt auch keine Rolle. Jeder hatte Spass, darunter mischte sich aber auch Melancholie, dass der Schulalltag hier oben vorbei sein soll. Endgültig.

Wie viele Kinder sind es?

Die Geschichte, welche die Schulkinder spielten, haben sie auf dem «Bohnenhügel» angesiedelt, es hätte aber auch der Bendel sein können. Auf dem «Bohnenhügel» gehen nämlich noch acht Kinder zur Schule – allesamt Kinder des Lehrers, Herr Bendel. Als ein Schulinspektor seinen Besuch ankündigt, um zu schauen, ob die Schule erhalten werden kann, schlüpfen die Kinder und der Lehrer in verschiedene Rollen. So soll glaubhaft gemacht werden, dass es auf dem «Bohnenhügel» noch ganz viele Kinder gibt. Entsprechend der Geschichte schlüpfen die Bendliger Kinder in verschiedene Rollen und geben ihren Eltern und Geschwistern Einblick in verschiedene Klassen. Zuerst zeigen sie im Musikunterricht, was sie auf dem Xylophon, mit dem «Muulörgeli» und ihren Stimmen gelernt haben. Dann begleiten die Zuschauer die Schulsekretärin und den Schulinspektor ins Deutsch. Dort erraten die Kinder verschiedene Begriffe in einem rassigen Tempo, dass die meisten Erwachsenen nicht mithalten können. Schliesslich zeigen sie ihre Sprachfähigkeit mit Zungenbrechern in Deutsch und Englisch. Nach der Mathestunde geht es weiter ins Turnen. Manch einer hat die Kinder am sommerlichen Abend um die grosse Open-Air-Turnhalle beneidet. Die Kinder und auch einige Eltern haben auch begeistert beim Ballspiel mitgemacht.

Kunststücke nach der Pause

So viel Engagement gibt natürlich Hunger, den die Schulkinder und ihre Gäste mit Chips und Popcorn stillen. Danach steht die Kreativstunde auf dem Programm. Ob mit einem Ballett, Zaubertricks oder einer Jodeleinlage – die Kinder zeigen, was sie drauf haben. «Sie haben dies selber erarbeitet», erklären die Lehrerinnen Josy Keller und Maya Fellmann. Und einmal mehr staunen die Eltern über das Können ihrer Kinder. Danach verschwinden die Kinder und die Lehrerinnen löchern den Schulinspektor über die Zukunft der Schule. Dieser versucht sich erst, um eine Aussage zu drücken, doch schliesslich sagt er, es gebe genügend Kinder, um die Schule auf dem «Bohnenhügel» zu sichern.

Kein Happy End auf dem Bendel

In diesem Punkt unterscheidet sich das Theater von der Realität. Für die Schule Bendel gibt es nämlich keine Zukunft. So scheint es wie ein Abschied, als sich die Schulkinder und ihre Lehrerinnen – alle mit denselben T-Shirts mit einem Bild des Schulhauses – vor dem Publikum aufstellen und anstimmen «Im Bendel obe isch es loschtig». Dies glaubt ihnen jeder im Schulzimmer. Auch, weil die Lehrerinnen anschliessend Bilder von der Schulreise auf den Barfussweg in Gonten zeigen, auf welcher jedes Kind eine intensive Schlammkur gemacht hat.

Bald sind die Schulbänke im Schulhaus Bendel leer: Die Schulkinder singen zum Abschied «Im Bendel obe isch es loschtig». (Bilder: Sabine Schmid)

Bald sind die Schulbänke im Schulhaus Bendel leer: Die Schulkinder singen zum Abschied «Im Bendel obe isch es loschtig». (Bilder: Sabine Schmid)

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