Bello – mein treuer Begleiter

Er gilt als der zuverlässigste Kamerad des Menschen, kennt weder Falschheit noch Untreue. Bedingungslos unterwirft er sich den Anweisungen von Herrchen oder Frauchen. Gemeint ist der Hund.

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Er gilt als der zuverlässigste Kamerad des Menschen, kennt weder Falschheit noch Untreue. Bedingungslos unterwirft er sich den Anweisungen von Herrchen oder Frauchen. Gemeint ist der Hund. Bei so viel positiven Eigenschaften müsste es mir – Tierfreund, der ich grundsätzlich bin – eigentlich angelegen sein, ebenfalls einen Hund zum Vertrauten zu machen. Aber da mir Katzen lieber sind, haben sie den Status von Familienmitgliedern erlangt. Gleichwohl spielt ein Hund eine nicht unwesentliche Rolle in meinem Haushalt. Er heisst Bello und begleitet mich praktisch jeden Tag aufs intensivste, manchmal stundenlang. Bello ist pflegeleicht, lässt sich im Futter absolut knapp halten und verlangt nie danach, Gassi geführt zu werden. Er vermittelt mir das Gefühl, dank seiner Anwesenheit gehe alles viel leichter vonstatten. Was ihn von anderen Hunden aber am meisten abhebt, ist eine Eigenschaft, über die sonst kein anderer Artgenosse auf der Welt verfügt: Bello kann sprechen! Das heisst, er könnte sprechen, wenn die technischen Möglichkeiten dazu gegeben wären. Aber so, wie Bello bei mir zugegen ist, darf er sich lediglich eines stummen Daseins erfreuen. Allmählich schulde ich der geneigten Leserschaft eine Erklärung: Bei Bello handelt es sich um den sprechenden Hund aus Loriots dramatischen Werken. Es ist jener Vierbeiner aus Dr. Sommers Tierpädagogischer Hochschule, der in einem Fernsehinterview auf seine Fähigkeit hin getestet wird und dann jeden Satz, den er wiedergeben sollte, in «Hoho ho hoho hoho hoho» münden lässt. Dank seiner Präsenz als Bildschirmhintergrund auf meinem Computer ermöglicht mir Bello aber immerhin eine permanente Reverenz an Loriot, den ich als Humoristen hochschätze wie keinen anderen und der alle sogenannten Comedians, die sich heute auf den Bildschirmen für lustig halten, turmhoch überragt.

Martin Hüsler

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