Bekenntnis zur Sportklinik

Die Bevölkerung von Rehetobel genehmigt den Baurechtsvertrag zwischen der Gemeinde und der Sportsmedicine Excellence Group mit einem Ja-Anteil von 57 Prozent.

Michael Genova
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In Rehetobel will die Sportsmedicine Excellence Gruppe auf dem Areal Ob dem Holz ein Therapie- und Regenerationszentrum bauen. (Bild: Hanspeter Schiess)

In Rehetobel will die Sportsmedicine Excellence Gruppe auf dem Areal Ob dem Holz ein Therapie- und Regenerationszentrum bauen. (Bild: Hanspeter Schiess)

REHETOBEL. In Rehetobel hat sich das Stimmvolk dafür entschieden, das ehemalige Gemeindealtersheim Ob dem Holz im Baurecht an die Sportsmedicine Excellence Group (SME) abzugeben. Mit 466 zu 348 Stimmen bekannten sich die Stimmbürger zum Projekt «Sportsclinic Switzerland». Die Stimmbeteiligung lag bei rund 65 Prozent. SME plant auf dem Areal Ob dem Holz den Bau eines Therapie- und Regenerationszentrums.

«Klares und deutliches Ja»

Gemeindepräsident Ueli Graf zeigte sich erfreut über das «klare und deutliche Ja» zur Umnutzung der Liegenschaft Ob dem Holz. Das Resultat schaffe ein positives Signal und zeige, dass kleine und mittlere Unternehmen in der Gemeinde willkommen seien. «Landwirtschaft und Wirtschaft können nebeneinander existieren», sagte Graf.

Ebenfalls erfreut äusserten sich die Verantwortlichen der SME. «Wir sind sehr dankbar für die Stimmen und die Unterstützung der Gemeinde und des Gemeinderats», sagte CEO Florian Kamelger. Sein Unternehmen werde im Verlauf des Projekts transparent über die weiteren Schritte informieren und in den Dialog mit den Kritikern treten. Ähnlich äusserte sich Verwaltungsratspräsident Andreas Bänziger: «Wir wohnen in Rehetobel und möchten die Sportsclinic gut in das Dorf integrieren.»

Kritik an Standort

Im Vorfeld der Abstimmung meldeten sich unter anderen die IG Rechtobel und die Lesegesellschaft Dorf kritisch zu Wort. Dabei bemängelten sie, dass die neue Klinik in einer Landwirtschafts- und Landschaftszone geplant ist. «Das Resultat ist zu akzeptieren – die Argumente der Befürworter haben mehr Leute überzeugt», sagte gestern Heinz Meier, ehemaliger Gemeindepräsident und Mitglied der IG Rechtobel. Er hätte eine sanftere Nutzung bevorzugt, welche die Landschaft weniger belaste und weniger Verkehr verursache. Nun müsse das Raumplanungsgesetz eingehalten werden. «Der Raum ist knapp, und ich bin gespannt, wie die Klinik ihr Projekt auf der bestehenden Fläche realisieren will.»

Erste Bestätigung im Juni

Ein erstes Mal äusserte sich die Bevölkerung in einer Konsultativabstimmung im Juni zur Liegenschaft Ob dem Holz. Bereits damals stimmten 453 Einwohner für die Sportsclinic, 260 wählten das Projekt Neustart. Der Gemeinderat beschloss daraufhin, nur noch das Projekt Sportsclinic Switzerland zu verfolgen. Im Vorfeld zur gestrigen Abstimmung hatten sich der Gewerbeverein, SVP und FDP für das Vorhaben ausgesprochen. Wird das Therapie- und Regenerationszentrum realisiert, erhält die Gemeinde jährlich einen Baurechtszins von 100 000 Franken.

Die SME kündigte an, dass sie als nächstes mit dem Architekten Matteo Thun ein Bauprojekt entwickeln und raumplanerische Fragen mit den Behörden kläre werde. Eine Baueingabe plant das Unternehmen 2016, im Idealfall könne die Sportsclinic ein Jahr später eröffnet werden.