BEKENNTNIS: «Ich will bis zur Pension bleiben»

Mit seinem Interesse am Regierungsamt hat der Herisauer Gemeindepräsident Renzo Andreani Irritationen ausgelöst. Jetzt sagt er: «Ich fühle mich als Gemeindepräsident pudelwohl.»

Roger Fuchs
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Er will den eingeschlagenen Weg weitergehen: Renzo Andreani, Gemeindepräsident von Herisau. (Bild: APZ)

Er will den eingeschlagenen Weg weitergehen: Renzo Andreani, Gemeindepräsident von Herisau. (Bild: APZ)

Roger Fuchs

roger.fuchs@appenzellerzeitung.ch

Im Rahmen der Nominationsversammlung der SVP, bei welcher Inge Schmid aus Bühler als Regierungsratskandidatin hervorging, zeigte sich: Das gleichzeitige Interesse am Regierungsamt von Renzo Andreani, Gemeindepräsident von Herisau, hat einige vor den Kopf gestossen. «Ich dachte erst, es sei Gerücht», meinte eine Votantin. «Ich kann überhaupt nicht verstehen, dass Renzo das Gemeindepräsidium schon wieder abgeben will.»

Andreani zeigt Verständnis für die Irritation. Er könne jedoch sagen, dass er mit Herzblut Gemeindepräsident von Herisau sei. «Ich werde im 2019 auch wieder antreten und will bis zur Pension Gemeindepräsident von Herisau bleiben», so der 58-Jährige. Dass er dennoch für das Regierungsamt kandidiert habe, hänge mit dem frei werdenden Departement Bau- und Volkswirtschaft zusammen. Aufgrund seines beruflichen Rucksacks – Renzo Andreani ist Architekt – hätte er in diesem Departement nicht lange schauen und hören müssen, um ins Laufen zu kommen. Ausserdem sei er ein Vollblut-Exekutivpolitiker. «Ich liebe es, in einer Kollegialitätsbehörde Geschäfte und Fragen zu klären und als Team zu guten Lösungen zu finden.»

Auf keinen Fall hat Renzo Andreani, wie er weiter ausführt, signalisieren wollen, dass es ihm als Gemeindepräsident nicht gefällt. Dass er mit der Kandidatur nun ein Eigentor geschossen habe, glaubt er nicht. Die Aussagen im Rahmen der Nominationsversammlung, wonach die Herisauer ihn keinesfalls als Gemeindepräsidenten verlieren möchten, hätten klar für ihn gesprochen. «Natürlich ist im ersten Moment, wenn man kandidiert und verliert, trotzdem eine Enttäuschung da», so Andreani. Doch auf der Rückfahrt von Teufen nach Heris­au habe ihm seine Frau gesagt, er habe doch einen super Job als Gemeindepräsident. «Ich schaute sie an und sagte, ja, das stimmt.»

Andreani sieht keinen Vertrauensverlust

Für seine eigene Person warb Renzo Andreani im Rahmen der Nominationsversammlung mit dem Stichwort «Vertrauen». Dabei verwies er auf das Jahr 2015, als er bei den Kantonsratswahlen das zweitbeste Resultat erzielt habe. «Vertrauen ist messbar», so seine Schlussfolgerung. Bei der Nomination der SVP-Regierungskandidatur bekam er nun lediglich die Stimmen von vier Personen, 58 entschieden sich für Inge Schmid. Ein Vertrauensverlust für Renzo Andreani innerhalb der eigenen Partei? «Nein», gibt er sich überzeugt. «Es war keine Wahl gegen mich, sondern für Inge.» Ausserdem seien zwei Aspekte ausschlaggebend gewesen: Die Delegierten wollten weiterhin eine Frau in der Regierung, und man wolle ihn, wie erwähnt, in Herisau behalten.

Und so bleibt Renzo Andreani weiterhin Gemeindepräsident. Einer, der ebenfalls sagt: «Ich habe es gewagt, neue Wege zu gehen». Als Beispiele erwähnt er die Einführung eines Zehnjahresplanes oder auch die Bewegung, die er in die Zentrumsentwicklung gebracht hätte – dies zusammen mit dem Gemeinderat oder beim Zentrum in Kooperation mit der Stiftung Dorfbild. Hier werde er nun den eingeschlagenen Weg weitergehen.