Beitritt zum Konkordat gegen Gewalt im Sport

Die SP steht im Kampf gegen einen Beitritt zum verschärften Konkordat gegen Gewalt im Sport alleine da.

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Auch in zweiter Lesung hiess der Ausserrhoder Kantonsrat das verschärfte Konkordat über Massnahmen gegen Gewalt anlässlich von Sportveranstaltungen mit 51:10 Stimmen gut. Gegen den Beitritt hatte sich einzig die SP-Fraktion geäussert. Deren Sprecherin Judith Egger (Speicher) verwies auf das bereits existierende Konkordat. Man müsse sich fragen, ob dieses nicht genüge, die Gewalt bei Sportveranstaltungen einzudämmen. «Die SP findet, das reicht – im doppelten Wortsinn», so Egger. Abgesehen davon sei es nach dem Beitritt zum ersten Konkordat noch zu früh, dessen Wirksamkeit zu beurteilen.

Auch AR könnte betroffen sein

Justiz- und Polizeidirektor Hans Diem war indessen anderer Meinung und verwies auf die Zahl der Delikte, die im Rahmen von Sportveranstaltungen verübt werden: «Die Entwicklung zeigt, dass weitere Massnahmen nötig sind.» Es gehe nicht zuletzt um einen Akt der Solidarität mit den Hauptbetroffenen: den Kantonen, welche grössere Sportvereine beheimaten und dem neuen Konkordat bereits mehrheitlich beigetreten seien. «Und insbesondere bei einem Cupspiel könnte auch ein Ausserrhoder Verein betroffen sein», führte Diem an und verwies dabei auf den FC Herisau, der zu seinen Glanzzeiten etwa den FC Zürich empfangen hatte. Zudem sei der Beitritt wichtig für die Angehörigen der Ausserrhoder Kantonspolizei, die beispielsweise im Kanton St. Gallen bei Spielen des FC St. Gallen, des FC Wil oder der Rapperswil-Jona Lakers im Einsatz stehen.

Dasselbe Recht wie anderswo

Bei der Frage, was geschehe, wenn Ausserrhoden dem Konkordat nicht beitritt, verlangte neben der SP- auch die FDP-Fraktion eine abschliessende Klärung. Hans Diem korrigierte daraufhin seine Aussage aus der 1. Lesung, wonach in diesem Fall auch das bisherige Konkordat aufgehoben würde. «Zwei Konkordate nebeneinander sind möglich. Es fragt sich nur wie lange und wie sinnvoll das wäre.» Das Ziel der Konferenz der kantonalen Justiz- und Polizeidirektoren (KKJPD) sei, dass diesbezüglich in der ganzen Schweiz dasselbe Recht angewandt werde.

Auf die Kritik Judith Eggers, dass mit dem Beitritt zum verschärften Konkordat die Fussballfans weiter unter Generalverdacht gestellt würden, entgegnete Diem, dass es im Flugverkehr ähnliche Sicherheitskontrollen gebe. (jw)