Beiträge an katholische Kirche

Die Gemeinde Herisau will sich mit einer jährlichen Pauschale von 47 000 Franken an den Unterhaltskosten der katholischen Kirche beteiligen. Mit der reformierten Landeskirche besteht seit längerem eine ähnliche Vereinbarung.

Michael Genova
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Die Gemeinde Herisau will die Landeskirchen bei Unterhalt und Sanierung der kirchlichen Gebäude künftig gleich stark unterstützen. (Bild: mge)

Die Gemeinde Herisau will die Landeskirchen bei Unterhalt und Sanierung der kirchlichen Gebäude künftig gleich stark unterstützen. (Bild: mge)

HERISAU. Am 2. Dezember wird der Einwohnerrat Herisau entscheiden, ob die reformierte und die katholische Kirche künftig gleich behandelt werden. Der Gemeinderat legt dem Rat einen Vertragsentwurf vor, in dem die Beteiligung an den Unterhalts- und Renovationskosten der katholischen Kirche Herisau geregelt ist. Es geht um einen jährlichen Pauschalbeitrag von 47 000 Franken, mit dem sich der Gemeinderat engagieren will. Mit der reformierten Kirche besteht seit dem Jahr 2000 ein vergleichbarer Vertrag.

Gleichstellung der Kirchen

Eigentümerin der denkmalgeschützten reformierten Kirche ist die Einwohnergemeinde Herisau. «Die Gemeinde teilt sich die Unterhalts- und Renovationskosten mit der evangelisch-reformierten Kirchgemeinde», sagt Gemeindepräsident Renzo Andreani. Mit der Revision der Kantonsverfassung im Jahr 1996 wurden die reformierte und die katholische Landeskirche rechtlich vollständig gleichgestellt. Die Gemeinde müsse deshalb von Gesetzes wegen beide Kirchgemeinden bei Unterhalt und Sanierung der kirchlichen Gebäude gleich intensiv unterstützen, schreibt der Gemeinderat in seinem Bericht.

Im März 2014 – mit etwas Verzögerung – gelangte die katholische Kirchgemeinde mit einer entsprechenden Anfrage an die Gemeinde und bat um eine Kostenbeteiligung. «Für uns ist es eine Frage der Gleichberechtigung», sagt Walter Bach, Präsident des Kirchenverwaltung der katholischen Pfarrei Herisau-Waldstatt-Schwellbrunn.

Nachtragskredit für 2015

Zur Berechnung des Pauschalbetrags an die katholische Kirche dienten die durchschnittlichen Kosten der Jahre 2008 bis 2013. Auf dieser Grundlage wurde die jährliche Pauschalzahlung von 47 000 Franken definiert, die alle fünf Jahre von den Parteien überprüft werden soll. Die Regelung entspreche der Vereinbarung mit der evangelisch-reformierten Kirchgemeinde, schreibt der Gemeinderat. «Es ist ein vergleichbares Berechnungsmodell», sagt Renzo Andreani.

Im Gegenzug für ihre jährliche Zahlung darf die Gemeinde die Räume der katholischen Kirche für öffentliche Zwecke nutzen. Als Grundlage für eine Bewilligung dient die Nutzungsordnung. In diesem Zusammenhang spricht Kirchenpräsident Walter Bach von gewissen Einschränkungen: «Unsere Kirche ist geweiht. Anlässe müssen einem bestimmten Rahmen entsprechen und vom Pfarramt bewilligt werden.»

Der Gemeinderat empfiehlt dem Einwohnerrat auf die Vorlage einzutreten und die Vereinbarung mit der katholischen Kirche zu genehmigen. Gleichzeitig beantragt er einen Nachtragskredit von 47 000 Franken für das Jahr 2015. Für die Genehmigung jährlich wiederkehrender Ausgaben zwischen 29 000 Franken und 116 000 ist der Einwohnerrat abschliessend verantwortlich.

Andere Gemeinden sind weiter

Andere Ausserrhoder Gemeinden kennen ähnliche Regelungen. Waldstatt schloss 2001 mit der katholischen Pfarrei Herisau-Waldstatt-Schwellbrunn eine Vereinbarung zur Beteiligung an den Unterhaltskosten ab. Speicher, Trogen und Wald einigten sich 2013 mit der Ka-tholischen Kirchgemeinde Speicher-Trogen-Wald. Die Gemeinden Urnäsch und Hundwil stehen kurz vor Abschluss eines Vertrags mit der Katholischen Pfarrei Urnäsch-Hundwil.

Walter Bach Präsident katholische Pfarrei Herisau-Waldstatt-Schwellbrunn (Bild: mge)

Walter Bach Präsident katholische Pfarrei Herisau-Waldstatt-Schwellbrunn (Bild: mge)

Renzo Andreani Gemeindepräsident Herisau (Bild: pd)

Renzo Andreani Gemeindepräsident Herisau (Bild: pd)