Beispielhaft gelungen

Zum erstenmal wird der Schweizer Denkmalpreis nach Ausserrhoden verliehen: Erhalten haben ihn Gabriela Manser und Thomas Luminati für die Umnutzung des Zeughauses in Trogen.

David Scarano
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Trogen. Der denkwürdige Moment liess sich auch dadurch erkennen, dass gleich acht Redner an der Preisübergabe am Donnerstagabend das Wort ergriffen. Zum erstenmal verlieh die Konferenz der Schweizer Denkmalpflegerinnen und Denkmalpfleger einen Preis nach Ausserrhoden. Diesen erhielten die Bauherren des Zeughaus Trogen, Gabriela Manser und Thomas Luminati, weil es ihnen gelungen ist, mit der Restaurierung und dem Umbau sowie dem Garagenanbau mit Terrasse ein Wohnhaus zu realisieren, welches modernen Ansprüchen genügt. Die Unternehmerin (Goba) nannte die Auszeichnung in dieser Vorweihnachtszeit «ein Geschenk des Himmels». Die Preisübergabe nahm Peter Omachen, Obwaldner Denkmalpfleger und Jurypräsident, vor. Der Denkmalpreis wird heuer zum viertenmal verliehen. Die Konferenz zeichnet jeweils vier bis sechs Bauvorhaben mit Vorbildcharakter aus.

Für den Kanton kommt die Anerkennung zu einem denkbar günstigen Moment. In Ausserrhoden ist der Umgang mit der historischen Bausubstanz ein hochaktuelles Thema. Dementsprechend stolz zeigte sich der Ausserrhoder Regierungsrat Jürg Wernli: «Das umgenutzte Zeughaus ist ein gutes und representatives Beispiel dafür, was wir in der Denkmalpflege verfolgen.» Zudem stelle die Renovation einen Gegenbeweis zum sich nach wie vor hartnäckig haltenden Vorurteil dar, die Denkmalpflege verhindere nur. «Wir sind offen für Veränderungen», betonte der Direktor des Departements Inneres und Präsident der regierungsrätlichen Denkmalpflegekommission, der auch seine Freude darüber nicht verheimlichte, dass eine bekannte Innerrhoder Unternehmerin nach Ausserrhoden gezogen ist.

Neben dem kommunalen Baukommissionspräsidenten Jens Weber, der verantwortlichen Architektin Kerstin Auer, Gallus Hess, Leiter des kantonalen Planungsamtes, und Trogens Gemeindepräsidenten Niklaus Sturzenegger reihte sich auch Fredi Altherr, der kantonale Denkmalpfleger, unter die Laudatoren. Er zeigte in seiner kurzen Ansprache auf, was die Qualität der Umnutzung für Wohn- und Arbeitszwecke des Zeughauses ausmacht. Um den Bedarf nach Aussenraum, Lagerräumen und Garage zu stillen, wurde an der Westseite des 1824 erstellten Gebäudes ein Quader angebaut. Die Terrasse mit herrlichem Ausblick auf den Bodensee ist vom ersten Obergeschoss erreichbar. Der Anbau ist in edlem Dunkelrot gestrichen und nimmt damit ein Farbton des Zeughauses auf.

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